Albert Lang

1847 Karlsruhe - München 1933

Selbstbildnis mit Zigarette

Öl auf Leinwand, rechts unten signiert und datiert: "Albert Lang 1911", verso Klebezettel diverser Kunstvereine, im Originalrahmen, 105,5 x 85,5 cm

Albert Lang, der zunächst Architektur in Karlsruhe studierte, traf im November 1869 in Venedig mit Carl Schuch zusammen. Ihre gemeinsam beschlossene Italienreise sollte annährend ein Jahr dauern. Auch wenn sich anschließend ihre Wege trennten, so trafen sie doch zwei Jahre später, 1871, in München wieder aufeinander. Lang war es auch, der Schuch mit Wilhelm Trübner bekannt machte. Im Gegenzug regte Schuch an, dass sich Lang in Zukunft der Malerei widmen sollte.

Von 1873 bis 1874 war Albert Lang Student an der Karlsruher Akademie. Anschließend ging er zusammen mit Hans Thoma und Wilhelm Heinrich auf eine weitere Italienreise, die ihn bis nach Rom führte. Die Zeit bis zu seiner Abreise im Jahre 1888 verbrachte er in Florenz, wo er unter dem Einfluss einer freundschaftlichen Beziehung zu Arnold Böcklin und Hans von Marées zu einem neuen Malstil fand, der sich schlussendlich von den Einflüssen des Leibl-Kreises löste. Die Zeit nach 1888 bis zu seinem Umzug nach München 1897 verbrachte Lang in Frankfurt, wo sich seine Wege wieder mit Hans Thoma kreuzten.

Das vorliegende Selbstportrait Langs entstand 1911 in München; in einer Zeit, als der Name Schuchs bereits verblasst war und der Einfluss Leibls gleichfalls zu schwinden begann. Der Expressionismus hatte sich bereits seinen Weg gebahnt.

Dennoch zeigt sich Lang selbstbewusst als stets aktiver, im Aufbruch begriffener Künstler. Die Selbstverständlichkeit der Zigarette, die er in der rechten Hand hält, hat schon lange die Palette als Attribut des Malers ersetzt. Der kleine Fluss, der sich in sanften Biegungen aus dem Mittelgrund seinen Weg zum landschaftlichen Ausblick im oberen linken Bereich bahnt, signalisiert den Aufbruch in eine Welt der italienischen Idylle, so wie sie in Arbeiten seines Freundes Böcklins immer wieder zu finden ist.