Johann Sperl
1840 Buch/Fürth - Bad Aibling 1914
Pflanzen am Wegesrand
Öl auf Leinwand, verso auf dem Keilrahmen signiert: "J. Sperl", 53 x 72,5 cm
Den Studien von Pflanzen am Wegrand begegnet man häufiger im Werk Johann Sperls.60 Die Strukturierung der sich durch die vielschichtigen Überschneidungen ergebenden Tiefenverhältnisse studierte er hier ebenso wie die verschiedenen Lichtsituationen auf den einzelnen Blättern der Pflanzen. Besonders reizvoll an dieser Arbeit ist das Herausarbeiten der Formen aus einem diffusen Bildgrund, das diese Pflanzengruppe wie ein sich plötzlich materialisierendes Teilstück erscheinen lässt, zart auf die Leinwand gebannt.
Sperl verwendete diesen Effekt der Spontaneität und Direktheit, teils durch die starke Nahsicht hervorgerufen, ebenso in seinen Figurenbildern. Das prominenteste Beispiel hierfür ist die Wiese vor Leibls Atelier in Aibling aus den Jahren 1887/88. Die Verschattung des Vordergrundes und die damit einhergehende Fokussierung auf den frei gelassenen Ausschnitt setzt etwa ab Mitte der achtziger Jahre ein, und es ist davon auszugehen, dass die nah-sichtigen Studien von Pflanzen- und Wiesenstücken ebenfalls in dieser Zeit entstanden.