Julius Hübner

1806 Öls - Dresden 1882

Portrait des Sohnes Eduard

Bleistift auf weiß grundiertem Karton, oben links monogrammiert und datiert: "18 JH (ligiert) 42"; mit Widmung am oberen Rand: "zu Weihnachten 1842" und am unteren Rand bezeichnet: "Eduard";

20,4 x 17,5 cm

Im Jahre 1839 folgte Julius Hübner, vermittelt durch seinen engen Freund Ernst Rietschel, seinem Schwager Eduard Bendemann aus Düsseldorf nach Dresden. In engem Kontakt zu seinem Lehrer Wilhelm von Schadow hatte er den Großteil seiner künstlerischen Laufbahn an der an Ansehen und Einfluß stetig gewinnenden Kunstschule verbracht. Doch interne Spannungen und die Aussicht auf eine ergiebigere Zukunft führten den Meisterschüler der Düsseldorfer Akademie schließlich nach Dresden. Auch die innigen Bitten seines Lehrers konnten ihn nicht umstimmen: "Außer dem, was ich persönlich verliere, denn ich entbehre Dich wahrhaft, bedaure ich den Verlust für die Akademie." Dieser Entschluß sollte Hübner für den Rest seines Lebens prägen, blieb er doch über 42 Jahre in dieser Stadt. Das Jahr 1842 markiert dabei eine wichtige Entwicklung, wurde er doch am 25. April als ordentlicher Professor an der Akademie in Dresden aufgenommen. Für Hübner erwies sich das neue Klima im "Elb-Florenz" als überaus beflügelnd für seine Kunst und sein Gemüt. Er selbst schreibt über seine ersten Jahre in Dresden: "Jetzt bin ich ein Jahr hier und kann Gott nur danken, für das Gute, was ich hier erlebt habe. Friedlicher, schöner Aufenthalt in jeder Beziehung."

Die Entstehung unserer schönen Bleistiftzeichnung, die aus lebendigen und einfühlsamen Stichen das anrührende Portrait eines Kleinkindes zeigt, fällt in diese glücklichen Jahre Hübners. Sie zeigt den etwa sieben Monate alten Sohn Eduard, der später seinem Vater folgend ebenfalls Maler werden sollte. Als Widmungsblatt zum Weihnachtsfest des Jahres 1842, vermutlich für seine Frau Pauline bestimmt, weist es eine ähnliche arabeske Rahmung auf, wie sie bei mehreren der Bildnisse der 1840er und 1850er Jahre zu finden ist. So auch auf einem Portrait seiner Frau Pauline im Lehnstuhl, das Hübner ebenfalls mit der zierlichen, gezeichneten Holzstabumrandung versehen hat.