SALUSTIANO, 1965. SEVILLE, SPAIN.
Salustianos Bilder sind bestimmt von dem menschlichen Körper. Er zeigt ihn, auf seine Umrisse und auf hingehauchte Binnenformen reduziert, als ephemere Erscheinung. Die Form des Körpers lößt sich auf dem Weiß des Papiers langsam auf und übrig bleibt meist nur der Blick. Doch gerade dieser ist es, der eine Verbindung zum Betrachter aufbaut, die an suggestiver Sogwirkung kaum zu überbieten ist. Aus der Ferne betrachtet wirken die Menschen wie ephemere Erscheinungen, die in ihrer Fragilität jederzeit wieder in dem Papier zurückweichen können. Ihre Positionierung auf dem Papier trägt dazu bei, daß ihr Sichtbarwerden scheinbar nur zufällig ist. Gerade diese Kontingenz ist es, die das Vorhandensein der Formen als seltenen und kostbaren Moment erkennbar macht.
Salustianos Zeichnungen führen dem Betrachter eine Isolation vor Augen, die den Zugriff auf die Personen erschwert, wenn nicht gar unmöglich macht. Ihre auratische Erscheinungsform hebt sie aus einem identifizierbaren Wirkungsbereich heraus und distanziert sie von der harten Materialität der Wirklichkeit. Obschon die Arbeiten einen Zugriff verwehren, fordern Sie den Betrachter zur ständigen Auseinandersetzung auf, da sie in ihrer Reduktion eine Aneignung im Betrachter in dem Maße provozieren, wie sie sich ihm entziehen.
Die greifbaren Blicke der Augen währen stets nur Augenblicke.