Peter Ferdinand Deurer

1777 Mannheim - München 1844

Das Seligmann-Palais zu Leimen

Aquarell über Feder auf Bütten, Wasserzeichen "C HONIG", unten mittig

eigenhändig bezeichnet (?): "8 Rheinländ: Schuhe", sowie von fremder Hand:

"Fresken in der Villa in Heidelberg von Peter Ferdinand Deurer gemalt.", Nachlaß

Ludwig Deurer, 391 x 575 mm

Südlich von Heidelberg berührt die Bergstraße das Städtchen Leimen. Sehenswert ist das heute als Rathaus genutzte Palais des kurpfälzischen Hofbankiers Elias Seligmann, späterer Freiherr von Eichthal und Begründer der bayrischen Hypobank, welches er sich zwischen 1792 und 1798 erbauen ließ.

Als Baumeister des Palais gilt Peter Anton Verschaffelt. Der Bau ist ein schönes Beispiel für die zurückhaltende Eleganz des Klassizismus. Der Spiegelsaal war zur Zeit der Erbauung mit mythologischen Darstellungen und Skulpturen geschmückt. Die von Peter Ferdinand Deurer im Stile pompejanischer Wandmalereien entworfenen Dekorationen entsprachen dem klassizistischen Empfinden, so, wie er es von seinem Lehrer Johann Christian von Mannlich vermittelt bekam. Die vorliegende Entwurfszeichnung aus dem Jahre 1801/1802 scheint das letzte Zeugnis der ursprünglichen Ausstattung des Gebäudes zu sein und vermittelt über seine kunsthistorische Bedeutung für das klassizistische Gestaltungsempfinden der Zeit hinaus einen Eindruck Deurerscher Zeichenkunst. Deurer selbst beschäftigte sich 1804 noch einmal mit der Ausgestaltung des Heidelberger Palais der Familie von Zyllenhardt, vornehmlich des Pompejanischen Kabinetts, bevor er sich immer stärker der Landschaft zuwandte und schließlich, nach langjähriger Tätigkeit in Mannheim und Augsburg, 1826 nach Rom übersiedelte.