Gustav Friedrich Papperitz
1813 Dresden 1861
Grabmal der Caecilia Metella, um 1838
Öl auf Papier, verso Nachlaßstempel: "Nachlass G. F. Papperitz O. Schütz", 13,7 x 19,8 cm
Gustav Friedrich Papperitz bereiste in den Jahren 1838 bis 1841 Italien. Der Fünfundzwanzigjährige hatte bis dahin bereits eine vorzügliche Ausbildung bei zwei der besten, wenn auch relativ unterschiedlich verankerten Landschaftsmaler seiner Zeit absolviert. Seine ersten Studien begann er unter der Anleitung von Johann Clausen Dahl in Dresden. Nicht nur eine Reise nach Norwegen um 1834-35 folgte aus der Unterweisung des Lehrers. Papperitz eignete sich auch die von Dahl meisterhaft und mannigfach verwendete Technik der Ölstudie in der Natur an. Hiermit stand er in einer Tradition, die spätestens seit der Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem wichtigen künstlerischen Mittel geworden war. Besonders in Frankreich unter Pierre-Henri de Valenciennes (1750-1819) gewann die Ölskizze an Einfluß.
Die hier gezeigte Skizze mag während Papperitz' ersten Italienaufenthalt entstanden sein. Wie Dahl sucht Papperitz in dieser Studie die Veränderungen der Landschaft durch das Licht zu definieren. Die Erkenntnis dieses Einflusses und seine Auswirkungen hin zu annähernd neu geschaffenen Orten lenkte das Interesse der Maler auf den Augenblick. Die Ewigkeit und Ruhe der Landschaft wich dem ephemeren und subjektiven Eindruck, den der Künstler einzufangen hatte. Dies führte zu einer Interessenverlagerung von detailgetreuer Objektwiedergabe hin zu einer summarischen, der Geschwindigkeit des Moments geschuldeten Auffassung. Der Rundbau des Grabmals der Caecilia Metella verschwindet im lichten Dunst des Augenblickes. In Papperitz' Studie offenbart sich aber nicht nur dieser schnelle Blick auf die Landschaft, sondern auch sein Interesse für Wolkenformationen. Analog zu der Veränderung der Landschaft richtete sich das Interesse zunehmend auf diese Himmelserscheinungen. Die Klassifikationen der strukturlosen Gebilde durch den Engländer Luke Howard in den Jahren 1802/03 ließen die Wolken greifbar werden, wodurch auch von ihnen fortan eine naturgetreuere Wiedergabe gefordert wurde als es vormals häufig der Fall war.
Papperitz beginnt in diesem Blatt bereits, diese Formen wieder zugunsten einer intensiven Gesamtdynamik in die Abstraktion aufzulösen. Hier steht er dem neun Jahre früher in Italien weilenden Karl Blechen nahe.