Druckgraphik

Am Morgen nach der Wiederholung des Dürerfestes in München, Probedruck

Eugen Napoleon Neureuther

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Art.-Nr.: EuNeu/D 4

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Im Schwange der allgemeinen Heiterkeit, die das Münchner Künstlerfest im Jahre 1840 hervorrief,... mehr
Am Morgen nach der Wiederholung des Dürerfestes in München, Probedruck
  • Technik: Radierung auf Papier, auf Papier aufgewalzt
  • Rechts unten in der Druckplatte signiert und datiert: "E. Neureuther 1840", darunter in Bleistift bezeichnet: "Probedruck", auf dem Trägerblatt mittig unbekannter Blindstempel "LH" (nicht bei Lugt), unten rechts unbekannter Sammlungsstempel "Sammlung MW
  • Zustand: Tadelloser Zustand. Auf dem Trägerblatt verschmutzt und verfärbt. Entlang der oberen Blattkante deutliche Knickspuren.
  • Größe: 19,4 x 28,3 cm (Darstellung)
  • Weitere Größen: Papier: 35,2 x 46,5 cm . 20,6 x 29,1 cm (Plattenmaß)
  • Epoche: Romantik
  • Jahr: 1840

Im Schwange der allgemeinen Heiterkeit, die das Münchner Künstlerfest im Jahre 1840 hervorrief, scheint der feinsinnige Witz des Künstlers Eugen Napoleon Neureuther gerade angebracht gewesen zu sein, eine opulent illustrierte Zusammenfassung dieses Treibens zu erstellen. Als "Albrecht Dürer-Fest" wurde im Frühjahr 1840 gleich zwei mal ein großes Spektakel veranstaltet, das die Überhöhung der Künste und ihrer Patrone zum Ziel hatte und sogleich der ausgelassenen Geselligkeit der Münchner Künstlerschaft Rechnung tragen sollte. Der "Grüne Heinrich" von Gottfried Keller berichtet über den Ablauf des Festes, das einem historischen Kostümzug geglichen haben muss, bei dem Künstler und Akademiker teilnahmen und in die Rolle historischer Figuren schlüpften. Dem romantisch überhöhten Ideal des Mittelalters nachträumend, stellte man Zünfte und künstlerische Berufe dar, verkleidete sich als höfische Bürger in feinem Brokat oder derbe Landsknechte in schillernden Uniformen. Als einen solchen zeigt Neureuther den Künstler Emil Theodor Richter (1801–1878), wie aus dem Beitext der Vorzeichnung zu dieser Radierung hervorgeht. Der Künstler ist sichtlich angeschlagen von den mutmaßlichen Ausschweifungen des Vortages und, noch kostümiert, wohl nicht gänzlich in die Realität seines Ateliers zurückgekehrt. Neureuther nimmt in seiner karikierenden Darstellung aber nicht bloß den verkaterten Zustand seines Malerkollegen aufs Korn. Vielmehr verdeutlicht er, welchen enormen Eindruck die Kostüme, Darbietungen, Reden und Deklamationen des Festes auf die Künstler hatten, die daraus neue Inspiration schöpfen konnten. Selbst wenn auf der Staffelei eine recht nüchterne Küstenlandschaft zu sehen ist, die das wilde Treiben als Tagträumerei entlarvt. |bo

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