Paul Schroeter

  • 26. Oktober 1866 geboren in Kempen (heute polnisch Kępno)

  • ab 1885 Beginn des Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf | Teilnahme an den Klassen von Eduard Gebhardt (1838-1925), Johann Peter Theodor Janssen (1844-1908) und Adolf Schill (1848-1911) | Mitglied der Studentenverbindung Tartarus und gelegentliche Illustration der Verbindungszeitschrift | Bekanntschaft mit Fritz Mackensen (1866-1953)

  • um 1893 Umzug nach München | Studium an der Akademie der Bildenden Künste und Eintritt in die Allgemeine Deutsche Kunstgenossenschaft sowie Mitglied der Münchner Secession

  • 1892-1896 Wiederholte Studienreisen nach Holland, Belgien und Flandern sowie nach Spanien

  • 1895 Verleihung der Goldmedaille der Großen Berliner Kunstausstellung

  • 1898-1901 Als Illustrator in Hamburg tätig | Nähe zu Mitgliedern des Hamburgischen Künstlerklubs

  • 1901-1904 Umzug in die Künstlerkolonie Worpswede im Teufelsmoor, Niedersachsen

  • 1904-1908 als freischaffender Künstler in Bremen tätig | Mitglied im Deutschen Künstlerbund

  • ab 1908 Umzug nach Berlin-Lichterfelde

  • 1946 Tod Paul Schroeters in Linow bei Berlin

Aus gutem Hause

Am 26. Oktober 1866 in Kempen in der Provinz Posen geboren, wuchs Paul Schroeter als Mitglied einer wohlhabenden Familie in Hamburg auf. Derartig privilegiert besuchte er noch bevor er das 20. Lebensjahr vollendete die Kunstakademie in Düsseldorf. Dort besuchte er die Klassen Eduard Gebhardt (1838-1925), Johann Peter Theodor Janssen (1844-1908) und Adolf Schill (1848-1911). Bald trat er er Studentenverbindung Tartarus bei und lieferte Illustrationen für die unregelmäßig erschienene Zeitschrift der Verbindung.

Um das Jahr 1893 zog der Künstler nach München um und nahm das Studium an der Akademie der Bildenden Künste auf. In München trat er der Allgemeinen Deutschen Künstlergenossenschaft bei und stellte erstmals Arbeiten in der Ausstellung des Münchner Künstlerhauses aus. Durch den öffentlichen Erfolg und die wachsende Anerkennung in Künstlerkreisen, wurde Schroeter bewegt, sich der Münchener Secession anzuschließen. Er beteiligte sich an der Frühjahrsausstellung der Vereinigung im Jahre 1894 und bei einer Ausstellung im Folgejahr.

Niederländische Meister als Inspiration

Mitte der 1890er Jahre unternahm Schroeter wiederholte Studienreisen nach Flandern und in die Niederlande und wendete sich der Malerei des 17. Jahrhunderts zu. Besonders die holländische Malerei und die Werke Rembrandt van Rijns (1606-1669) beeindruckten ihn nachhaltig. Gerade in den Selbstporträts, die Schroeter im Anschluß an das Studium der alten Niederländer schuf, lässt sich der Bezug zu dem Vorbild Rembrandt deutlich ziehen.

Ab 1898 lebte der Künstler als freischaffender Maler in Hamburg, betätigte sich vor allem als Illustrator und suchte die Nähe zu den Mitgliedern des Hamburgischen Künstlerklubs. 1901 zog Schroeter auf die Empfehlung des befreundeten Landschaftsmalers Fritz Overbeck (1869-1909) in die Künstlerkolonie Worpswede im niedersächsischen Teufelsmoor. Die dortige Landschaft bot dem Künstler gerade durch ihre Ähnlichkeit zu niederländischen Moor- und Marschlandschaften die Möglichkeit zu umfassenden Naturstudien, sozusagen als Ergänzung zur den Eindrücken der niederländischen Kunst und den dortigen Ausflügen in den 1890er Jahren.

Nach etwa drei Jahren in der Künstlerkolonie siedelte er mit seiner Familie im Jahr 1904 nach Bremen über um sich abermals als freischaffender Maler zu betätigen. Vielleicht wegen des ausbleibenden Erfolges zog die Familie 1908 nach Berlin, wo sich Schroeter vor allem mit der Porträtkunst, dem Malen von Bildnissen und dem Experiment schnelltrocknender Ölfarben beschäftigte.
Auch in den folgenden Jahren sollte sich kein großer Erfolg mehr einstellen und die Familie litt unter finanziellen Einbußen. Ein weiterer Schicksalsschlag traf Paul Schroeter als er um 1914/15 durch einen Unfall ein Bein verlor. Die Wirren der beiden Weltkriege sowie die damit einhergehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten für einen freischaffenden Künstler trugen ihren Teil zum Unglück der Umstände bei. 1943 wurde schließlich der gesamte Besitz der Familie Paul Schroeters durch einen Bombentreffer zerstört, dem auch ein Großteil seines künstlerischen Werkes zum Opfer fiel.
Drei Jahre später, im Alter von 80 Jahren starb Paul Schroeter 1946 in Linow bei Berlin.

Benedikt Ockenfels

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