Ölgemälde

Blick auf Olevano

Max Wilhelm Roman

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Art.-Nr.: MaRom/Oe 1

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Der badische Maler Max Wilhelm Roman gilt als großer Freund Italiens und ist in der Tat heute... mehr
Blick auf Olevano
  • Technik: Öl auf Leinwand
  • unten links bezeichnet und datiert: "Olevano 18. Jul. 72."
  • Zustand: Sehr guter Zustand, keine Beschädigungen, Oberfläche professionell gereinigt.
  • Größe: 37,5 x 53,6 cm (Darstellung)
  • 52 x 68,5 cm (Rahmengröße)
  • Epoche: Romantik
  • Jahr: 1872

Der badische Maler Max Wilhelm Roman gilt als großer Freund Italiens und ist in der Tat heute vor allem durch seine südlichen Landschaften bekannt.1 Auf den Spuren vieler Generationen nordeuropäischer Künstler besuchte er 1872 Olevano, eine traditionelle Station der Grandtour, die ein Lieblingsort der Nazarener um Joseph Anton Koch, aber beispielsweise auch Friedrich Prellers des Älteren war. Die sich äußerst pittoresk einen Berghang hinaufziehende Kleinstadt bietet selbst imposante Ausblicke in die weite Umgebung, erscheint aber in Gemälden Corots, Kochs und Prellers häufig in ideale Landschaften integriert. Von der Rückständigkeit der Region und der Armut der Bauern ist in diesen Bildern nichts zu finden, während Zeichnungen und Ölstudien zuweilen den abweisenden Charakter des felsigen Grundes und der mächtigen Substruktionen vor allem im südöstlichen, tieferen Teil der Stadt herausarbeiten.
Bei Roman verstellen die bildbeherrschenden Bäume zunächst den Blick, der aus östlicher Richtung von oben auf die Stadt gerichtet ist. Durch die sich ausbreitenden Kronen der Olivenbäume und der sie hinterfangenden Eichen am Rande des Berghangs wird der Himmel vollständig vom Grün des Blattwerks verdeckt, das farblich zwischen den Baumarten unterscheidet. Überraschend stellt sich daher die Präzision der Durchblicke auf die in klares Licht getauchte Stadt dar, deren plastische Durchbildung ins Auge springt. Anhand dieser nahsichtig erfassten Teilansichten werden zwei markante, für die Stadt charakteristische Bereiche erkennbar, nämlich die auf der antiken Zyklopenmauer stehenden Häuser und der Berg mit dem ruinenhaften Festungsturm. Roman setzt die Stadt gewissermaßen durch Zitate ins Bild. Daraus ergibt sich eine paradoxe Bildstruktur, da der Vordergrund mit den immerhin sehr organisch dargestellten, in ihren Verästelungen differenziert und individuell ausgearbeiteten Bäumen locker, an den Rändern skizzenhaft gemalt ist, der Hintergrund hingegen einen hohen Grad an detaillierender Elaboration aufweist: Nahsicht und Fernsicht sind vertauscht. Daher zielt die Verstellung des Bildzentrums, anders als wir dies in diesem Katalog bei Preller beobachtet haben, hier nicht auf die Grenzen des Darstellbaren, auch wenn die Erfahrung des wandernden Künstlers in beiden Fällen impliziert sein dürfte. Denn Roman rekonstruiert in unserem Gemälde die Seherfahrung eines Reisenden, der sich über die Hänge mit den Olivengärten der Stadt nähert. Auf andere Weise hat Friedrich Loos die 'umgekehrte Perspektive' 1826 in seinem Gemälde Blick vom Mönchsberg auf die Feste Hohensalzburg (Österreichische Galerie Wien) eingesetzt2, da die schroffen, senkrechten Felswände dort jeden physischen Weg vom Beobachterstandpunkt zum Fokus des Bildes verunmöglichen. In einem weiteren Gemälde von 1872 hat Roman aus fast gleicher Richtung und von einem noch etwas höheren Standpunkt eine kohärente Ansicht von Olevano dargestellt, die das kubische Gefüge der Altstadt in ein weiträumiges Landschaftspanorama einbettet.

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1 Vgl. Schneider 1935, S. 103-105.
2 Vgl. Lammel 1998, S. 405 mit Abb. 300.

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