Otto Höger (1881-1918). Im Sein beglückt. Zeichnungen aus dem Nachlass

H. W. Fichter Kunsthandel

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Art.-Nr.: 9783981493597

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Otto Höger (1881-1918). Im Sein beglückt. Zeichnungen aus dem Nachlass

H. W. Fichter Kunsthandel

Beschreibung

Otto Höger gehört zu jener Generation von Künstlern, die am Scheideweg der Moderne ihr Existenzrecht suchten. Als Zeitgenosse von Franz Marc, Paul Klee oder Erich Heckel hätte er seinen jugendlichen Elan in expressionistische Bahnen lenken können, kubistische Wahrnehmungsmodalitäten in seine Bilder einfließen lassen können, futuristische Geschwindigkeitsideologien übernehmen oder sogar die Abstraktion zum Maßstab seiner Kunst erheben können. Doch diesem Abbild einer auseinanderfallenden und unsicher werdenden Anschauungswelt bot Höger die Stirn und versuchte gerade im Menschen und in der ihn umgebenden Natur ein Gegengewicht zu finden.

Die großen ‚Figurenmaler‘ des ausgehenden Jahrhunderts wurden ihm zu Weggefährten: Hans von Marées, Ludwig von Hofmann oder Max Klinger. Ihre Bildfindungen entsprachen seinem Drang nach einem harmonischen Leben des Menschen in der Natur und in sich selbst. Sogar der beginnende Krieg, der für so viele junge Künstler die Zerschlagung ihrer Ideale brachte, änderte an seiner Sehnsucht nach dem vollkommenen Sein nichts. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Richtungsstreit der unterschiedlichen Kunstauffassungen unentschieden. Julius Meier-Graefe und Henry Thode konnten sich auf hohem Niveau und umso erbitterter darüber streiten, ob Max Liebermann oder Hans Thoma als strahlender Prophet einer modernen, ‚deutschen‘ Kunst die Stürme der Zeit überdauern werde. Ein Blick auf den Lauf der Kunstgeschichte macht unmissverständlich deutlich, wer aus diesem Rezeptionskampf als Sieger hervorgegangen ist. Die Gruppe jener jungen Künstler, die nicht im Felde der sich durchsetzenden Avantgarden operierten, blieben häufig vom Vergessen der Nachwelt nicht verschont. Seien es die vielen Künstler der Neuen Sachlichkeit, die erst in den letzten Jahren zu neuem Ruhm gelangten, seien es die Künstler, die sich im weiteren Umfeld der Lebensreform-Bewegung aufhielten: Sie alle eint das Schicksal, einer dominanten Rezeptionskultur zum Opfer gefallen zu sein.
Unter jenen Künstlern fand sich lange auch Otto Höger, der nun in der vorliegenden Publikation erstmals umfassend gewürdigt wird. Die aus dem Nachlass des Künstlers stammenden Zeichnungen, Fotografien, Briefe und Dokumente erlauben es, eine Künstlerpersönlichkeit auferstehen zu lassen, die mit einer unbeirrten Zielstrebigkeit und Genauigkeit am Bild des idealen Menschen festhielt, ohne ihn dabei aus der Realität in eine ersehnte Idealwelt herauszuschleudern. In den Zeichnungen und Fotografien begegnet dem Betrachter eine Reinheit der Realität, die gerade im Umfeld einer im Umbruch befindlichen Welt durch ihre Reduktion auf das Beständige zu begeistern vermag. 

Der Katalog präsentiert zum ersten Mal anhand von 39 Zeichnungen das Werk des in Weimar und Kassel tätigen Malers und Bildhauers. Höger war Schüler von Ludwig von Hofmann und entwickelte, inspiriert von Hans von Marées und der Lebensreform-Bewegung, in seinen Bildern eine intensive Verknüpfung des Menschen mit der Natur. Neben den Zeichnungen enthält der Katalog einen ausführlichen Essay über den Künstler, eine Biographie, die seine Schwester im Jahre 1919 niedergeschrieben hat, sowie ein größeres Konvolut mit Briefen und Fotografien aus dem Nachlass des Künstlers. 

 

Facts

  • Edition Fichter, Frankfurt am Main 2012
  • Bearbeitet und mit einer Einleitung von Nathalia Laue
  • Mit faksimilierten Briefen, vielen Originalfotos aus dem Nachlass des Künstlers und einer Biographie von 1919, verfasst von der Schwester des Künstlers
  • Klappenbroschur
  • ca. 124 Seiten mit üner 80 Abbildungen
  • 24 x 20 cm; 504 Gramm
  • ISBN: 978-3-9814935-9-7

 

Schlagworte

Natur; Mensch; Kunst der Moderne; Der neue Mensch; Ludwig von Hofmann; Adolf von Hildebrand; Skulptur; 1. Weltkrieg

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