Ölgemälde

Castello mit Viadukt in südlicher Landschaft

August Seidel

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Art.-Nr.: AuSei/Oe 1

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In den idealen Landschaften von Poussin, Lorrain und Dughet werden die gegensätzlichen Bausteine... mehr
Castello mit Viadukt in südlicher Landschaft
  • Technik: Öl auf Leinwand
  • rechts unten signiert: "A. Seidel"
  • Zustand: Tadelloser Zustand. Vereinzelt punkutelle Retuschen.
  • Größe: 55 x 75 cm (Darstellung)
  • 68 x 87,5 cm (Rahmengröße)
  • Epoche: Biedermeier

In den idealen Landschaften von Poussin, Lorrain und Dughet werden die gegensätzlichen Bausteine der römischen Campagna - Ebene und Gebirge, Landschaft und Architektur, nackter Fels und frische Vegetation - als harmonische, kontinuierliche Bildräume komponiert, die sich ohne ostentative Barrieren zum Betrachter hin öffnen. Wenn unser Maler einen steinigen Pfad in den Bildraum hineinlegt, der gewunden auf ein verfallendes Herrschaftsgebäude zuläuft, hat er Anderes im Sinn. In der Bauernfamilie, die sich dem Gebäude nähert, sind nicht allein Stellvertreter der Betrachter zu erkennen, sondern diese Figuren thematisieren zugleich mit unserem Blick auch die Wanderschaft, die den Maler physisch an diese Stätte geführt hat. Dabei kann die auf einem Felsen oberhalb einer wohl renaissancezeitlichen Brücke oder eines Aquäduktes errichtete Villa, die als klassisches Zitat fungieren könnte, in ihrer morbiden Verfassung nur Etappenziel sein. Die bis hierher sichtlich beschwerliche Wanderung wird noch weiter in die sonnendurchflutete Ebene führen. Freilich bleibt die Landschaft zweigeteilt, denn noch bildet die in effektvolles Gegenlicht getauchte Fels- und Architekturformation ein räumliches und ästhetisches Hindernis, das der nordalpinen Burgenromantik verhaftet bleibt. Den Weg nach Italien absolvierte der Rottmann-Schüler August Seidel 1845, und in der Tat gelang es ihm später, die hier noch als Verheißung erscheinende klassische Welt in süddeutsche Landschaften hineinzutragen.

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