Friedrich Voltz
Friedrich Voltz wurde am 31. Oktober 1817 in Nördlingen als Sohn des Malers Johann Michael Voltz geboren. 1834 trat er in die Münchner Akademie ein und reiste noch im selben Jahr nach Italien. 1836 folgten weitere Reisen in die Niederlande und nach Belgien, wo ihn die niederländische Stimmungsmalerei stark prägte. Im Anschluss erwarb er sich als Landschafts- und Tiermaler einen Namen. 1852 erhielt er den Auftrag der Königlichen Württembergischen Zentralstelle für Landwirtschaft in Cannstadt Radierungen sämtlicher mitteleuropäischer Rinderrassen anzufertigen. Bereits zuvor hatte Voltz Freundschaft mit Carl Spitzweg und Eduard Schleich d.Ä. geschlossen, die in gemeinsamen Arbeiten und Reisen ihren Ausdruck fand. 1867 erklärte ihn Ludwig II. zum königlichen Professor. Zwei Jahre später fand die Ernennung zum wirklichen Mitglied der Akademie in Berlin und kurz darauf auch in Wien statt. Mit seinem Kollegen Schleich fuhr er 1871 letztmalig nach Oberitalien. Friedrich Voltz starb am 25. Juni 1886 in München.
Moritz von Schwind
Moritz von Schwind zählt zu den profiliertesten Zeichnern der deutschen Romantik. Ausgebildet an der Wiener Akademie und geprägt von seinem künstlerischen Umfeld – darunter Franz Schubert und Ludwig Richter – entwickelte er eine unverwechselbare Handschrift, die literarische Stoffe und bildnerische Erzählkunst in enger Verbindung zeigt.
<p data-start="563" data-end="1125">Seine Zeichnungen sind nicht bloß illustrative Begleiter von Texten, sondern eigenständige Bildwelten, in denen Figuren, Räume und Gesten eine erzählerische Einheit bilden. Schwind interessierte sich besonders für historische, literarische und volkstümliche Themen – darunter der „Sängerkrieg“, die „Melusine“-Legende oder Szenen aus Goethes Werk. Mit feiner Linie, sensibler Komposition und einem ausgeprägten Sinn für Atmosphäre schuf er Blätter, die sowohl kompositorisch durchdacht als auch inhaltlich vielschichtig sind.</p>
<p data-start="1127" data-end="1562">In der zeichnerischen Umsetzung vereint er Klarheit und Detailfreude, wobei Bleistift und Feder seine bevorzugten Mittel sind. Seine Werke laden ein zum genauen Hinschauen – sie sind keine flüchtigen Skizzen, sondern visuelle Erzählungen, die zwischen Bild und Poesie vermitteln. Die vorliegende Sammlung dokumentiert Schwinds bemerkenswerte Fähigkeit, komplexe Inhalte grafisch zu verdichten und zugleich lebendig erfahrbar zu machen.</p>
Angela Zohlen
Die aus Heidelberg stammende Angela Zohlen schlug nach dem Studium der Kunstwissenschaften und Architektur in Heidelberg und Berlin eine Laufbahn als Architektin ein. Bis zur Jahrtausendwende übte Sie diesen Beruf in Berlin aus. Im Rahmen der kunst- und bauhistorischen Dokumentationen erfasste sie die Berliner Philharmonie, das Shellhaus und das ehemaliges Stasigefängnis in Hohenschönhausen. Freiere kreativere Räume boten zahlreiche Projekte in der Garten- und Landschaftsgestaltung. Seither beschäftigt sich Zohlen als freischaffende bildende Künstlerin in Europa und auf der ganzen Welt mit Projekten und Austellungen. Stets die Architektur im Hinterkopf behaltend, entstehen Bühnenbilder für Opern und Theater sowie abstrakte Stilleben, die Konservatorisches bergen und gleichwohl eine verschwommene Ahnung einer fluiden zeitlosen Natur evozieren.