Druckgraphik

Die Werke der Finsternis

Daniel Nikolaus Chodowiecki

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Art.-Nr.: Chod/D 1005

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Probedruck vor aller Schrift. Der spätestens ab der Mitte des 18. Jahrhunderts stark angestiegene... mehr
Die Werke der Finsternis
  • Technik: Radierung auf Papier
  • Zustand: Sehr guter Zustand, vereinzelt sind leichte Stockflecken erkennbar, kurzer Randeinriss oben rechts.
  • Provenienz: Sammlung Gretschel
  • Werksverzeichnis: E 394 I/II
  • Größe: 18 x 25,5 cm
  • Weitere Größen: Platte: 21,6 x 28,1 cm; Papier: 29,2 x 41,6 cm
  • Epoche: Klassizismus
  • Jahr: 1781
Probedruck vor aller Schrift.
Der spätestens ab der Mitte des 18. Jahrhunderts stark angestiegene Bedarf an immer neuem Lesestoff im sich emanzipierenden Bürgertum beflügelte nicht nur die literarische Kultur, sondern auch die des Raubdruckes. Das Urheberrecht wurde in Deutschland erst 1837 eingeführt und so versorgten unrechtmäßig aufgelegte Nachdrucke das Publikum, zum Schaden von Autoren und Verlegern. Das vorliegende Blatt Chodowieckis, im Auftrag des Buchhändlers und Verlegers Himburg entstanden, bringt das Übel in satirischer Drastik zum Ausdruck. Ein gut genährter Raubdrucker zieht dem ehrlichen Verleger noch das letzte Hemd aus, während Justitia zu seinen Füßen schläft. Die deklamierende Pose des ausgeraubten Verlegers lässt ihn zwar als standhaften Tugendhelden erscheinen, doch er bleibt der Dumme, denn im Bild fehlt jeglicher Hinweis auf ein Ende dieser Ungerechtigkeit. Eine ungewollt ironische und für viele zeitgenössische Betrachter sicher bekannte Tatsache liegt darin, dass der Verleger Himburg als Auftraggeber des Blattes, der hier zur Ehrlichkeit aufruft, selbst zu den Raubdruckern zählte. 1775 ließ er beispielsweise Goethes Werther unautorisiert nachdrucken – die Kupfer dazu lieferte Chodowiecki.

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