Ölskizze

Landschaft mit See

Josef Willroider

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Art.-Nr.: JoWillr/Oes 1

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Das zentrale Interesse Josef Willroiders bei der Anfertigung vorliegender Ölskizze aus der... mehr
Landschaft mit See
  • Technik: Öl auf Leinwand
  • unten links signiert: "J. Willroider."
  • Zustand: Tadelloser, restaurierter Zustand. Randdoublierte Leinwand auf neuem Keilrahmen.
  • Größe: 29,1 x 24,1 cm (Darstellung)
  • 41,5 x 36 cm (Rahmengröße)
  • Epoche: Realismus

Das zentrale Interesse Josef Willroiders bei der Anfertigung vorliegender Ölskizze aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lag auf der Darstellung leicht von Sonne beschienener Cumuluswolken, für die er in deutlich sichtbarer Pinselarbeit verschiedene Nuancen von Weiß und Grau verwendete. Willroiders Wolkenspiel wirkt umso gewaltiger, als der Himmel weit über die Bildmitte nach unten gezogen ist und der See den monumentalen Himmel, Luftspiegelungen gleich, abermals reflektiert. Ab 1866 verbrachte Willroider über zwei Jahrzehnte in Düsseldorf, wo er die Bekanntschaft mit Oswald und Andreas Achenbach machte, die während dieser Zeit bestimmend für die Düsseldorfer Malerschule waren. Vier Jahre später trat er der berühmten Künstlervereinigung „Malkasten“ bei. Hier trafen sich jene Düsseldorfer Landschaftsmaler, die sich vom akademischen Traditionalismus abgrenzten, um sich verstärkt der aktuellen Freilichtmalerei nach französischem Vorbild zu widmen. Diese eignete sich gerade auch zum Studium von Naturphänomenen,1 weshalb Willroider seiner Neugier an Wolken und der Darstellung ihrer Wandelbarkeit hier in einer pleinair entstandenen Skizze nachging.

 


Um die Wende zum 19. Jahrhundert erfuhr die Funktion des Wolkenmotivs in der Kunst eine Veränderung, wovon zahlreiche Wolkenstudien von Constable, Turner, Dahl, Blechen, Cozens bis hin zu Menzel zeugen. Von Luke Howard 1803 in Stratus, Cumulus, Cirrus und Nimbus, also in Schicht-, Haufen-, Feder- und Regenwolken klassifiziert, verhalfen Naturbeobachtung und wissenschaftliche Neugier dem Wolkenmotiv schließlich zu einem Eigenwert. Davor war es meistens Vermittler zur transzendentalen göttlichen Welt. Sich diesem neuen Lieblingsthema der europäischen Landschaftsmalerei annehmend, macht Willroider in vorliegender Notiz des Flüchtigen den neugierig faszinierten Blick eines Malers auf Natur und ihren raschen Wechsel nachfühlbar.

 

|tw

 

 

 


1 Vgl. Ausst.Kat. Hamburg 2004.

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