Aquarell

Rastender Bauer mit Hund am Waldesrand

Viktor Paul Mohn

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Art.-Nr.: 18499

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Kein anderer von Ludwig Richters zahlreichen Schülern war mit ihm enger verbunden als Viktor... mehr
Rastender Bauer mit Hund am Waldesrand
  • Technik: Tusche und Aquarell auf Papier (braun)
  • Zustand: Guter Zustand. Minimal knittrig und mit leichten Knick und links in der Ecke. Kleine Druckstellen oben links in der Ecke.
  • Größe: 20,4 cm x 26,9 cm
  • Epoche: Romantik
  • Jahr: um 1861

Kein anderer von Ludwig Richters zahlreichen Schülern war mit ihm enger verbunden als Viktor Paul Mohn: Er war dessen Schüler, Gatte einer Richter-Enkelin, und schließlich dessen Nachfolger als Professor für Zeichenunterricht in der Landschaftsklasse an der Akademie in Dresden. Wie Mohns Leben engstens mit dem Richters verknüpft war, so hat er auch künstlerisch nie den Pfad seines Lehrers verlassen. Mohn hat wie kein anderer das spätromantische Erbe Richters bis ins frühe 20. Jahrhundert bewahrt – auch dadurch, dass er nach Richters Tod die erste biographische Würdigung über den verehrten Lehrer verfasst hat. 
Nachdem Mohn von 1858 bis 1861 an der Kunstakademie in Dresden studiert hatte, trat er Ostern 1861 als letzter Schüler in Richters Atelier ein. Höhepunkt des Jahres war eine Studienreise mit seinen Mitschülern Albert Venus und Carl Wilhelm Müller nach Nordböhmen – eine jener berühmten Exkursionen Richters, auf denen nach der Natur gezeichnet wurde. Noch im gleichen Jahr oder nur wenig später dürfte auch das vorliegende Blatt entstanden sein, das den Ausblick auf einen Waldrand vorstellt, an dem sich ein Bauer mit seinem Hund zur Pause niedergelassen hat. Es gleicht in Bildanlage und der Angabe vegetabiler Details einem Blatt mit einer Hirtenfamilie auf einer Waldlichtung, das Mohn der eigenhändigen Beschriftung zufolge im Januar 1862 angefertigt hatte.  Beide Blätter zeigen neben dem für die Richter-Schule charakteristischen, zarten blauen Streifen im Mittelgrund jene Detailverliebtheit Richters, die auch Mohns Arbeiten auszeichnen. Besonders die klare Linearität, der Vordergrund mit seinen sprießenden Gräsern und den gerade hervorbrechenden Zweiglein, aber auch das gekräuselte Blattwerk der Eiche geben Zeugnis davon, dass sich Mohn von Beginn an Richters graphische Präzision aneignete. „Seine Schule“, so Mohn selbst, „trug ein ganz bestimmtes Gepräge; die Zeichnungen seiner Schüler haben einen ganz bestimmten Typus, leicht mit der Feder gezeichnet oder leicht mit Farben angehaucht, angetönt, voller Innigkeit und treuer Wiedergabe der Natur.“ 
Ein anderer Schüler Richters, der aus Frankfurt stammende Johann Friedrich Hoff, berichtete in seinen Erinnerungen an seinen Lehrer, dass dieser wiederholt seinen Schülern eigene Zeichnungen oder Blätter ehemaliger Schüler vorgelegt hat, damit diese zu Übungszwecken danach zeichneten. Hoff zeichnete zu Beginn seiner Lehrzeit bei Richter nach einem Blatt von dessen Meisterschüler Heinrich Dreber;  auch Mohns Zeichnung entstand nach einer 1861 datierten Vorlage seines Lehrers (Abb. S. 60),  die er selbst (?) auf der Rückseite als „Parthie aus dem großen Garten bei Dresden“ bezeichnet hat. Nachdem dieser 1814 in einen englischen Landschaftspark umgestaltete worden war, wurde der Große Garten zum Ziel zahlreicher Landschaftsmaler und -zeichner, da er vielfältige pittoreske Aussichten bot. Richters Blatt entstand im Jahr von Mohns Eintritt in dessen Atelier; es ist deshalb anzunehmen, dass Mohn seine Zeichnung relativ bald danach anfertigte. (Text: Peter Prange)

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