Ölskizze

Wolkenstudie

Friedrich Voltz

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Art.-Nr.: FrVol/Oes 1

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In erster Linie ist uns Friedrich Voltz für seine harmonischen Viehstücke bekannt, die das... mehr
Wolkenstudie
  • Technik: Öl auf Leinwand auf Karton
  • unten rechts monogrammiert "FV", verso mit Nachlassstempel
  • Zustand: Sehr guter Zustand.
  • Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers
  • Größe: 30,5 x 40,5 cm (Darstellung)
  • 38 x 48 cm (Rahmengröße)
  • Epoche: Biedermeier

In erster Linie ist uns Friedrich Voltz für seine harmonischen Viehstücke bekannt, die das Arkadische in das Hier und Jetzt der bäuerlichen Welt transponieren. Mensch und Tier in Einklang und Eintracht in und mit der Natur sind maßgebliche Elemente jener Art von Malerei in seinem OEuvre. Auch wenn sich in mancher Szene ein Unwetter zusammenbraut, so wie in seinem Gemälde Gewitter im Gebirge1 von 1852, einer Gebirgslandschaft mit Kühen, bietet der Künstler immer einen Ausweg, etwa einen im Sonnenlicht erhellten Ort, an dem Bäuerin und Stall ein Gefühl von Sicherheit und Schutz vor den Naturgewalten gewähren. In seinen Ölstudien jedoch zeigt sich nur zu oft eine ganz andere künstlerische Auffassung der Natur. Hier konfrontiert er uns mit der elementaren, zuweilen auch unentrinnbaren Seite der Schöpfung.
Ganz im Gegensatz zu jenen auf Harmonie bedachten, friedvollen Tierdarstellungen erlebt der Betrachter auch in unserer Ölskizze die Natur ohne jene Möglichkeit einer rettenden Zuflucht. Der Maler befördert uns hiermit gedanklich ebenfalls in eine reichlich prekäre Lage. Und sicherlich hat auch der Maler selbst etliche solche Unwetter am eigenen Leibe erfahren, galt Friedrich Voltz doch als "ungemein fleißiger Maler", der Zeit seines Lebens täglich früh morgens mit Mal- und Zeichenmaterialien zum Arbeiten aufbrach.2 Bei seinen Streifzügen durch die freie Natur, sei es die heimische um Nördlingen und München oder jene auf seinen Reisen in die Alpen, Oberitalien oder auch die flachen Landschaften der Niederlande, sammelte er seine der Natur abgeschauten Stimmungsbilder.3
In dieser Landschaft mit nahendem Gewitter zeigt Voltz eine reine Naturszene von höchster Dramatik, die trotz der großen inneren Spannung nicht prätentiös erscheint. Es ist der Moment vor dem eigentlichen Geschehnis, dem Unwetter - der Augenblick, in dem der Wanderer die eigene ungünstige Situation begreift. Der Maler bildet eine Konstellation nach, wie sie jeder Mensch in den Bergen erleben kann: Das Wetter wandelt sich von einem Moment zum anderen und ehe man es sich versieht, türmen sich dunkel die Wolken des dräuenden Gewitters hinter der nächsten Anhöhe auf. In unserem Gemälde schweift der Blick über die Kuppe hinweg zum Licht, den hellen Wolkentürmen am blauen Himmel über der unerreichbar erscheinenden Ebene. Darüber hinaus erweist sich die Landschaft bei genauer Betrachtung als menschenleer, ja ohne jegliches Zeichen menschlicher Zivilisation. Voltz liefert den Betrachter der Natur damit gleichsam aus. Und so wie sich der Künstler unterwegs der Natur anheimgeben, sich ihren Gewalten aussetzen muss, um an das Gewünschte zu gelangen, die wahre, die getreue Wiedergabe der Schöpfung, so muss sich auch der Betrachter jener Situation stellen, um den Moment jenes Naturgefühls nachvollziehen können.

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1 Abb. in A.-Kat. Prien 1986, Nr 25.
2 Hamberger 1986, S. 7.
3 Eine detaillierte Auflistung der einzelnen Reiseziele und -daten bietet Hamberger. Siehe ebd. S. 9.

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