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Die Prinzessin ist tot. An Typhus gestorben. König Maximilian I. von Bayern und seine Frau Karoline haben ihr jüngstes Kind verloren. Die Darstellung einer göttlichen Himmelfahrt der Tochter soll der Trauer helfen. Der Hofmaler Joseph Karl Stieler nimmt sich dieser Aufgabe einfühlsam an: Im wallenden Gewand mit Rosengirlande lässt er das Mädchen gen Himmel emporsteigen. Fünf Engelsköpfe erwarten sie an der Himmelsdecke. Sie hält ihren Arm in die lichterfüllte Nacht, um den Sternenkranz, den ihr der Engel in der Mitte reicht, entgegenzunehmen. Es ist der im Kindesalter verstorbene Bruder. Unten auf der Erde sehen wir die Münchener Residenz und die Theatinerkirche, in der das Mädchen beigesetzt wurde. Der Turm des Kaiserhofes schlägt die Sterbestunde der Prinzessin. Das Blatt hat einen klaren Hell-Dunkel Aufbau. Der untere Teil der Darstellung mit den irdischen Elementen, dem Schloss und der Kirche liegen verborgen im Dunkel der Nacht. Der obere Teil ist von den himmlischen Strahlen hell erleuchtet. Eine trostspendende Vorstellung: Die Tochter, die zu früh starb, um in den Himmel aufzufahren wie Maria. Joseph Karl Stieler studierte bei François Gérard in Paris und galt als einer der repräsentativen Vertreter des Klassizismus napoleonischer Prägung. Als Hofmaler der bayerischen Könige Max I. und Ludwig I. wurde er damit zu einem der begehrtesten Bildnismaler Deutschlands. Dass Stieler es verstand, traurige Schicksalsschläge sentimental als auch repräsentativ in Szene zu setzen, beweist uns das vorliegende Rührstück. Nicht ohne Grund beschrieb man ihn als \"den letzten repräsentativen Fürstenmaler Europas, der seines höfischen Amtes redlich gewaltet hat\".

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Künstler
Johann Nepomuk Muxel (1790 München - 1780 Landshut) nach Joseph Karl Stieler (1781 Mainz - 1858 München)
Ausführung
Lithographie über Tongrund auf Papier
Jahr
um 1825
Epoche
Romantik
Darstellung
Personen
Land
Deutschland
Signatur
Unten im Druck signiert: "Stiller [sic] pinx. / Gedruckt von Jos. Selb. / Nep. Muxel del.".

Maße

Werk
53,8 x 34,3 cm (Darstellung)
Angabe
Weitere Größen: Papier: 76,5 x 54,9 cm

Weitere Angaben

Stempel
Sammlerstempel, Lugt Nr.: 971. Friedrich August II. von Sachsen (1797-1854). Dresden. 19. Jahrhundert
Literatur
– Nagler, G. K.: Neues allgemeines Künstler-Lexikon (Bd.1-25). Nachrichten von dem Leben und de Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Lithographen, Formschneider, Zeichner, Medailleire, Elfenbeinarbeiter etc.; Wien 1924; Bd. XIX. Werkverzeichnis Nr.: 443. – Bonhams Knightsbridge: Masters of the Lithograph. The Winkler Collection Part I; London 1998. Werkverzeichnis Nr.: 573.104.
Werkverzeichnis
, 443

Zustand

Guter Zustand. Stellenweise etwas gebräunt und schwach fleckig, ansonsten gut. Papier leicht wellig.

Zu sehen in Finderglück 16

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