BLOG · AUS DEM BESTAND
Gedruckte Bilder.
Radierung, Lithographie, Holzschnitt
Drei Wege, ein Bild zu vervielfältigen
Beim Holzschnitt bleibt stehen, was drucken soll: Der Schnitt nimmt das Weiß weg. Bei Radierung und Kupferstich ist es umgekehrt — die Linie liegt vertieft in der Platte und nimmt die Farbe auf. Die Lithographie, Ende des 18. Jahrhunderts von Alois Senefelder entwickelt, druckt von der Fläche: fett und wasserführend liegen auf einer Ebene.
Unser ältestes Blatt dieser Auswahl ist ein Holzschnitt von Christoffel Jegher, „Die Versuchung Jesu“, um 1630. Bernardo Bellotto, der sich wie sein Onkel Canaletto nannte, radierte 1752 den Alten Markt in Dresden. Friedrich Hohes „Osteria“ von 1828 ist eine frühe Lithographie.
Zustände, Probedrucke, Werkstatt
Graphik ist ein Prozess, und Sammler interessieren sich für dessen Spuren. Probedrucke entstehen, während die Platte noch in Arbeit ist; „Zustände“ bezeichnen die aufeinanderfolgenden Fassungen.
Von Daniel Nikolaus Chodowiecki liegen bei uns Probedrucke der Folge „12 Blätter verschiedenen Inhalts“ von 1779, das Blatt „Die Werke der Finsternis“ von 1781 und die acht Blätter zur Geschichte der Bartholomäusnacht von 1789. Wer solche Blätter nebeneinander legt, sieht die Arbeit an der Platte statt nur ihr Ergebnis.
Das gedruckte Bild als Nachricht
Weil sie in Auflage erscheint, ist Graphik immer auch Medium. Honoré Daumiers Lithographie von 1834 ist eine Satire auf König Louis-Philippe und war zum Verbreiten gemacht. Karl Ruß radierte 1809 „Isis lehrt die Ägypter“. Richard Teschners Aquatinta „Rivalinnen“ von 1917 nutzt das Verfahren für flächige Töne statt für Linien.
Fünfzig Blätter von 32 Künstlern stehen in der Online-Ausstellung — vom Holzschnitt des 17. Jahrhunderts bis zur Aquatinta des 20.
Aus der Ausstellung