BLOG · AUS DEM BESTAND
Ölskizzen.
Malerei im Kleinen
Was eine Ölskizze ist
Die Ölskizze steht zwischen Zeichnung und Gemälde. Sie wird oft auf Papier oder Karton gemalt, in einem Zug, häufig im Freien. Ihr Zweck ist nicht die Vollendung, sondern die Prüfung: Wie liegt das Licht, wie verhalten sich die Farbwerte zueinander, trägt der Bildgedanke?
Karl Christian Sparmanns „Kopfweiden im Wald“ um 1840, Eduard Hildebrandts Landschaft mit hochstehender Sonne und Carl Robert Kummers Gebirgslandschaft im Abendlicht zeigen diese Arbeitsweise: Wenige Farbwerte, offene Ränder, schnelle Entscheidungen.
Skizze zu einem größeren Bild
Manche Studien gehören zu Vorhaben, die größer angelegt waren. Heinrich Gärtner malte 1867 „Urteil des Paris“ und „Odysseus und Nausikaa“ — mythologische Themen, in kleinem Format durchgespielt.
Von Eduard von Gebhardt liegen bei uns Studien um 1884, darunter eine Studie eines bärtigen Apostels und eine Studie zum Gichtbrüchigen. Wie die ausgeführten Fassungen aussahen, sagt unser Bestand nicht; die Blätter selbst sind als Studien bezeichnet und als solche zu lesen.
Küsten, Berge, Wetter
Ein Großteil der Ölstudien in unserem Bestand entstand unterwegs. Johann Nepomuk Rauchs italienische Küstenstadt, datiert nach 1841, Kummers „Der Watzmann“ und seine Landschaft in Dalmatien um 1847, eine unbekannte Küste bei Capri von 1852.
Die Online-Ausstellung versammelt fünfzig solche Blätter von 27 Künstlern. Sie sind klein, oft unsigniert im Bildfeld und selten repräsentativ gemeint — und geben deshalb einen ungewöhnlich direkten Blick in die Arbeit.
Aus der Ausstellung