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Ölskizzen. Malerei im Kleinen

BLOG · AUS DEM BESTAND

Ölskizzen.
Malerei im Kleinen

Ölstudien sind Werkstattblätter: schnell gemalt, nicht für die Wand gedacht — und gerade darum aufschlussreich.

H. W. Fichter Kunsthandel·12.12.2025

Was eine Ölskizze ist

Karl Christian Sparmann: Kopfweiden im Wald, um 1840
Karl Christian Sparmann: Kopfweiden im Wald, um 1840
Eduard Hildebrandt: Landschaft mit hochstehender Sonne, 19. Jahrhundert
Eduard Hildebrandt: Landschaft mit hochstehender Sonne, 19. Jahrhundert
Carl Robert Kummer: Gebirgslandschaft im Abendlicht, 19. Jahrhundert
Carl Robert Kummer: Gebirgslandschaft im Abendlicht, 19. Jahrhundert

Die Ölskizze steht zwischen Zeichnung und Gemälde. Sie wird oft auf Papier oder Karton gemalt, in einem Zug, häufig im Freien. Ihr Zweck ist nicht die Vollendung, sondern die Prüfung: Wie liegt das Licht, wie verhalten sich die Farbwerte zueinander, trägt der Bildgedanke?

Karl Christian Sparmanns „Kopfweiden im Wald“ um 1840, Eduard Hildebrandts Landschaft mit hochstehender Sonne und Carl Robert Kummers Gebirgslandschaft im Abendlicht zeigen diese Arbeitsweise: Wenige Farbwerte, offene Ränder, schnelle Entscheidungen.

Skizze zu einem größeren Bild

Heinrich Gärtner: Urteil des Paris, 1867
Heinrich Gärtner: Urteil des Paris, 1867
Heinrich Gärtner: Odysseus und Nausikaa, 1867
Heinrich Gärtner: Odysseus und Nausikaa, 1867
Eduard  von Gebhardt: Studie zum Gichtbrüchigen, um 1884
Eduard von Gebhardt: Studie zum Gichtbrüchigen, um 1884

Manche Studien gehören zu Vorhaben, die größer angelegt waren. Heinrich Gärtner malte 1867 „Urteil des Paris“ und „Odysseus und Nausikaa“ — mythologische Themen, in kleinem Format durchgespielt.

Von Eduard von Gebhardt liegen bei uns Studien um 1884, darunter eine Studie eines bärtigen Apostels und eine Studie zum Gichtbrüchigen. Wie die ausgeführten Fassungen aussahen, sagt unser Bestand nicht; die Blätter selbst sind als Studien bezeichnet und als solche zu lesen.

Küsten, Berge, Wetter

Johann Nepomuk Rauch: Italienische Küstenstadt, nach 1841
Johann Nepomuk Rauch: Italienische Küstenstadt, nach 1841
Carl Robert Kummer: Der Watzmann, 19. Jahrhundert
Carl Robert Kummer: Der Watzmann, 19. Jahrhundert
Carl Robert Kummer: Landschaft in Dalmatien, um 1847
Carl Robert Kummer: Landschaft in Dalmatien, um 1847

Ein Großteil der Ölstudien in unserem Bestand entstand unterwegs. Johann Nepomuk Rauchs italienische Küstenstadt, datiert nach 1841, Kummers „Der Watzmann“ und seine Landschaft in Dalmatien um 1847, eine unbekannte Küste bei Capri von 1852.

Die Online-Ausstellung versammelt fünfzig solche Blätter von 27 Künstlern. Sie sind klein, oft unsigniert im Bildfeld und selten repräsentativ gemeint — und geben deshalb einen ungewöhnlich direkten Blick in die Arbeit.

Zur Online-Ausstellung: Ölskizzen

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