Der Dichter am Wegkreuz zur Tugend
»Der Dichter am Wegkreuz zur Tugend« ist ein Werk von Daniel Nikolaus Chodowiecki aus dem Jahr 1792, ausgeführt als Radierung auf Papier, montiert auf Papier (blau) und misst 12,3 x 7,5 cm.
\"Der Dichter, auf einer Leier spielend, sitzt Rechts im Mittelgrunde am Wege, der zur Tugend, Mässigkeit und Arbeitsamkeit führt, unter einem Wegweiser mit vier Armen, wovon der eine die Inschrift \"Tugend\" trägt. Menschen allerlei Stande… weiterlesen ›
\"Der Dichter, auf einer Leier spielend, sitzt Rechts im Mittelgrunde am Wege, der zur Tugend, Mässigkeit und Arbeitsamkeit führt, unter einem Wegweiser mit vier Armen, wovon der eine die Inschrift \"Tugend\" trägt. Menschen allerlei Standes, Alters und Geschlechts wandeln an ihm vorüber und nach dem Links im Hintergrunde befindlichen antiken Gebäude, auf welchem ein Elephant, eine Victoria und ein Kameel stehen.\" (Engelmann 697). Darüber hinaus lässt sich das Blatt im Kontext der Berliner Spätaufklärung als programmatisches Titelbild verstehen, das Literatur ausdrücklich als moralische Leitinstanz des bürgerlichen Lebenswegs und als Medium sittlicher Selbstvergewisserung ausweist.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Radierung
- Ausführung
- Radierung auf Papier, montiert auf Papier (blau)
- Jahr
- 1792
- Epoche
- Klassizismus
- Darstellung
- Figürlich
- Land
- Deutschland
- Signatur
- Unten rechts im Druck signiert: "D: Chodowiecki del: & sculp 1792".
- Werkverzeichnis
- E 697 II/II Verfälschter Abdruck 3)6)c)
- Serie
- Titel-Kupfer zu: "Gedichte mit Musik dem bürgerlichen und häuslichen Glück, der liebenswürdigen Sittlichkeit und schuldlosen Freude geheiligt von Wiesiger (Amtsassessor in Treuenbriezen)". Titel-Kupfer
Maße
- Werk
- 12,3 x 7,5 cm
- Angabe
- Weitere Größen: Platte: 16,8 x 11,5 cm; Papier: 19,3 x 13,6 cm
Weitere Angaben
- Druckqualität
- Druck ist satt und die Linien scharf und kontrastreich. Verfälschter Abdruck der Originalplatte mit nicht von Chodowiecki ausgeführten Randeinfällen. Die ursprüngliche Platte wurde durch das Aufdrucken einer zweiten, von fremder Hand gefertigten Platte nach rechts künstlich verbreitert. Dabei ist der rechte Rand der originalen Kupferplatte durch einen durchgehenden kräftigen Strich verdeckt. In dem neu hinzugefügten, nun fälschlich erweiterten Plattenraum erscheinen zusätzliche Randeinfälle, die nicht von Chodowiecki stammen. Bei diesen veränderten Abzügen finden sich rechts oben zwei solche Zusätze: ein nach links stehender Hahn sowie darunter eine nach links pickende Henne. Diese nachträgliche Manipulation ist im Werk Chodowieckis dokumentiert und bei Engelmann eigens als verfälschter Abdruck verzeichnet (697 II/II, 3)6)c)). Solche Abzüge sind für die Druck- und Rezeptionsgeschichte des Blattes von besonderem Interesse, da sie spätere Eingriffe in die Platte belegen.
- Literatur
- Engelmann, Wilhelm: Daniel Chodowiecki's Sämmtliche Kupferstiche; Leipzig 1857. Werkverzeichnis Nr.: 697 II/II Verfälschter Abdruck 3)6)c).
- Werkverzeichnis
- Engelmann, 697 II/II Verfälschter Abdruck 3)6)c)
- Quelle
- Gedichte mit Musik dem bürgerlichen und häuslichen Glück, der liebenswürdigen Sittlichkeit und schuldlosen Freude geheiligt von Wiesiger (Amtsassessor in Treuenbriezen) , Nr. Titel-Kupfer | Buch, Genre
Zustand
Akzeptabler Zustand. Altersbedingt leicht bräunlich verfärbt. Mit Stockflecken, die sich über das Blatt verteilen.
Schlagworte
Daniel Nikolaus Chodowiecki
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