Dieser Artikel steht derzeit nicht zur Verfügung!
Druckgraphik

Die Villa des Brutus in Tivoli

Albert Christoph Dies

500,00 € *

inkl. Mwst. & inkl. Versandkosten
Art.-Nr.: AlDies/D 1

Lieferzeit ca. 5 Tage

Passenden Rahmen direkt mitbestellen
Rahmen, handgefertigt, 39 x 49
Rahmen, handgefertigt, 39 x 49
210,00 € *
Der aus Hannover stammende Landschaftsmaler Albrecht Christoph Dies wird oft als Autodidakt... mehr
Die Villa des Brutus in Tivoli
  • Technik: Radierung auf Papier
  • in der Platte signiert, datiert und bezeichnet: "A. C. Dies fece Roma 1794" und bezeichnet: "Avanzi della Villa di M. Bruto a Tivoli"
  • Zustand: Sehr guter Zustand. Auf dem Rand schwach verfärbt und berieben. Mittig etwas wellig. Vereinzelt sind kurze, restaurierte Randeinrisse sichtbar.
  • Werksverzeichnis: Andresen III, Nr. 19, Fichter Nr. 62
  • Serie: Mahlerisch radirte Prospecte von Italien, von Johann Christian Reinhart, Jakob Wilhelm Mechau und Albert Christoph Dies
  • Größe: 24,5 x 35 cm (Darstellung)
  • Weitere Größen: 39,1 x 49,3 cm (Papier). 27,7 x 37,4 cm (Plattenmaß)
  • Epoche: Klassizismus
  • Jahr: 1794

Der aus Hannover stammende Landschaftsmaler Albrecht Christoph Dies wird oft als Autodidakt bezeichnet, der sich ohne akademische Künstlerausbildung der Malerei zuwandte. 1775 beschloss er, im Alter von 20 Jahren, nach einer rudimentären Ausbildung bei einem unbekannten Maler, offenbar "spontan" (Schmid 1998, S.162) seine Wanderschaft im deutschsprachigen Gebiet nach Italien auszuweiten. Noch im selben Jahr ließ er sich in Rom nieder und verdingte sich mit dem Kolorieren von Stichen in den namhaften römischen Vedutenwerkstätten Piranesi sowie Durcos und Volpato. Gelegenheitsarbeiten wie das Kopieren beliebter Künstler schulten ihn weiter in der Malerei und schärften sein Auge für die Landschaftsbilder von Jacob Philipp Hackert. Dessen Vorstellung von realistischen Landschaftsporträts verfolgte Dies auch in den hier gezeigten Radierungen. Den Bildausschnitt bewusst pittoresk gewählt, war es dem Künstler doch vor allen Dingen wichtig, Landschaft und Architektur präzise nachzubilden, also beinahe zu porträtieren. Die romantische und malerische Stimmung, die sowohl die von der Natur überwucherten Tonnengewölbe der Villa des Brutus in Tivoli, als auch die gewaltigen, gischtsprühenden Kaskaden der Wasserfälle an der Villa Gregoriana bei Tivoli ausstrahlen, steht also in keinem der beiden Fälle entgegen dem tatsächlichen Blick des Künstlers. Vielmehr liegt der besondere Reiz dieser Darstellungen darin, dass sie vor Ort nach der Natur gezeichnet und von Dies selbst auf die Kupferplatte übertragen wurden. Lediglich die Staffage aus Tieren und Menschen, die den Bildern ihre Lebendigkeit geben, sind frei erfunden und gezielt eingesetzt worden. Von besonderem Interesse sind nicht zuletzt die Darstellungen der Botanik und der geologischen Begebenheiten. Durch den Aufschwung der Naturwissenschaften zum Ende des 18. Jahrhunderts geprägt, entwickelten auch die bildenden Künstler ein Bewusstsein für die akkurate Wiedergabe von Tieren, Pflanzen und Gestein sowie die Ästhetik des natürlich Nachgebildeten.
Marcus Brutus war Jurist in Rom. Seine Villa, von Cicero im 2. Buch von "De Oratore" erwähnt, liegt an der Straße nach San Gregorio am Südhang von Tivoli.

 

Zu Serie "Mahlerisch radirte Prospecte von Italien"

 

Diese Radierung ist im Rahmen der Serie "Mahlerisch radirte Prospecte von Italien" entstanden, die durch den Nürnberger Verleger Johann Friedrich Fraunholz und den Künstler Johann Christian Reinhart (1761-1847) initiiert wurde. Mit dem Ansatz, eine Serie "[...] von den schönsten römischen Prospecten und Ruinen[...]" (Schmid 1998, S.161) als Sammlung herauszugeben, beauftragte Fraunholz neben Reinhart auch Albert Christoph Dies (1755-1822) und Jakob Wilhelm Mechau (1745-1808). Die drei Künstler hatten nur geringe Erfahrung in der Herstellung von Druckgraphiken und wurden als Maler vor allem ihrer Fähigkeit wegen ausgesucht, Landschaften und Architekturen feinfühlend und eben "mahlerisch" abzubilden. Von Beginn an war das Ziel der Serie die kunstvolle Darstellung der italienischen Landschaft, abseits der bis dato vorherrschenden Veduten und Ansichten der berühmtesten Sehenswürdigkeiten und touristischen Ziele. Im Vordergrund sollte die Landschaft Italiens stehen, Orte bewundernswerter Naturschauspiele sowie Ruinen, die den Künstlern bekannt, jedoch noch nicht zum Anziehungspunkt aller Italienreisender geworden waren. Besonders den Kunstsammlern in Deutschland sollte somit eine neue Seite des Sehnsuchtslandes aufgezeigt werden. So wurden die Darstellungen schließlich auch in italienischer Sprache betitelt, nicht nur da viele der Örtlichkeiten schlicht nicht zu übersetzen wären, sondern auch um ihnen den gewissen Klang der Exotik nicht zu nehmen.

 

Haben Sie weitere Fragen?

Zuletzt angesehen