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Wissen für Sammler

Lexikon

Was unterscheidet eine Radierung vom Kupferstich? Woran erkennt man einen guten Abzug? Dieses Lexikon erklärt die Techniken unseres Bestands — und was sie für Sie als Sammler bedeuten.

Häufige Fragen

Werk, Bestellung, Versand und Rückgabe

Die Fragen, die uns am häufigsten erreichen — nach Themen geordnet. Findet sich Ihre nicht darunter, rufen Sie an oder schreiben Sie uns; wir antworten gern persönlich.

Werk und Zustand

Sind die angebotenen Werke Originale?

Ja, ausschließlich. Wir bieten keine Reproduktionen und keine Nachbildungen an. Jedes Blatt ist ein Original aus der angegebenen Zeit — meist zwischen 150 und 200 Jahre alt.

Alle Werke werden von uns geprüft und kunsthistorisch bearbeitet; die Künstlerzuschreibungen fußen auf eigener Recherche. Wo eine Zuschreibung nicht gesichert ist, sagen wir das in der Werkbeschreibung — „zugeschrieben", „Umkreis" oder „Werkstatt" bedeuten genau das. Haben Sie zu einer Zuschreibung Fragen, sprechen Sie uns an.

Wie kommt das Werk zu mir — gerahmt oder ungerahmt?

Ungerahmt, aber geschützt: Jedes Werk steckt in einem Klapp-Passepartout aus Karton in Museumsqualität — einer Rückwand und einem Deckel, dessen Ausschnitt auf das jeweilige Blatt zugeschnitten ist. So ist es beim Transport gesichert und kann auch über Jahre gefahrlos so liegen bleiben.

Wünschen Sie eine Rahmung, sprechen Sie uns an: wir empfehlen Ihnen gern eine Werkstatt. Ein zusätzliches Passepartout nach eigenen Maßen stellen Sie sich in unserem Passepartout-Generator selbst zusammen.

In welchem Zustand sind die Blätter?

Es sind alte Papierarbeiten, und das sieht man ihnen an: Altersspuren wie kleine Flecken oder Randeinrisse sind normal und kein Mangel. Der Zustand jedes Werks steht in seiner Objektbeschreibung, Erhaltungsmängel benennen wir dort ausdrücklich.

Einige Blätter sind von Restauratoren behandelt worden, die auch für Museen und Archive arbeiten. Dabei gilt der Grundsatz: so wenig Eingriff wie möglich. Möchten Sie ein Werk restaurieren lassen oder haben Sie Fragen zu einer Behandlung, helfen wir gern weiter.

Kann ich ein Werk vor Ort ansehen?

Gern, nach Vereinbarung. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns, dann legen wir die gewünschten Blätter bereit und Sie können sie in unseren Frankfurter Räumen im Original betrachten. Auf Wunsch halten wir ein Werk auch für Sie zurück.

Bestellung

Wie läuft eine Bestellung ab?

Werk in den Warenkorb legen, Anschrift und Zahlungsart wählen, absenden. Sie erhalten sofort eine Bestellbestätigung per E-Mail. Sobald Ihre Zahlung bei uns eingegangen ist, bearbeiten und verschicken wir Ihren Kauf innerhalb eines Werktages und schicken Ihnen eine Versandbestätigung mit den Angaben zur Sendungsverfolgung.

Brauche ich ein Kundenkonto?

Nein — Sie können als Gast bestellen. Im Konto sehen Sie dafür Ihre Bestellungen samt Sendungsverfolgung und Rechnungen, verwalten Rechnungs- und Lieferanschrift, ändern E-Mail-Adresse und Passwort und behalten Ihre Merkliste über den Besuch hinaus.

Kann ich eine Bestellung noch stornieren?

Solange wir noch nicht verschickt haben: schreiben Sie uns, wir stornieren umgehend. Ist die Sendung schon unterwegs, greift Ihr Widerrufsrecht von einem Monat — die Rücksendung organisieren und bezahlen wir.

Was passiert mit meinen Daten?

Wir erheben, was für die Abwicklung Ihres Kaufs nötig ist, und geben nichts weiter, was nicht dafür gebraucht wird. Welche Daten das im Einzelnen sind, wie lange sie bleiben und welche Rechte Sie haben, steht in unseren Datenschutzhinweisen.

Zahlung

Welche Zahlungsarten gibt es?

PayPal, Kredit- oder Debitkarte, SEPA-Lastschrift, PayPal „Später bezahlen" und Überweisung. Kauf auf Rechnung ist ab Ihrer zweiten Bestellung möglich.

Welche Verfahren im Einzelfall zur Auswahl stehen, hängt vom Lieferland und vom Warenkorb ab; Sie sehen die Auswahl im Bestellvorgang. Alle Angaben stehen auf der Seite Zahlung.

Kann ich in Raten zahlen?

Sprechen Sie uns an. Wenn Sie ein Werk — oder mehrere — erwerben möchten, die Zahlung aber nicht auf einmal leisten können, vereinbaren wir mit Ihnen Ratenzahlung oder ein Zahlungsziel. Das ist bei uns nichts Ungewöhnliches.

Kommen zum Preis noch Kosten hinzu?

Nein. Gebühren für die Zahlungsabwicklung berechnen wir nicht, und Kunstwerke verschicken wir weltweit kostenfrei. Der im Shop angegebene Preis ist der Preis, den Sie zahlen.

Zwei Ausnahmen, die nicht wir erheben: Bücher und Kataloge kosten außerhalb Deutschlands Versand, und bei Sendungen in die Schweiz und in Nicht-EU-Länder kann der Zoll Gebühren erheben.

Was bedeutet Differenzbesteuerung?

Kunstgegenstände aus dem Wiederverkauf werden nach § 25a UStG differenzbesteuert: Der angegebene Preis ist der Preis, den Sie zahlen, die Umsatzsteuer wird auf der Rechnung aber nicht gesondert ausgewiesen. Das betrifft den größten Teil unseres Bestands.

Nicht alle Positionen fallen darunter: Bücher und Kataloge werden mit 7 % Umsatzsteuer ausgewiesen, Fotografien mit 19 %. Welche Regelung gilt, steht als Fußnote am Preis des jeweiligen Werks.

Versand

Was kostet der Versand?

Kunstwerke verschicken wir weltweit kostenfrei — ohne Mindestbestellwert.

Bei Büchern und Katalogen fallen Versandkosten nur außerhalb Deutschlands an: 13,00 € pro Kauf innerhalb der EU und in die Schweiz, 34,00 € pro Kauf außerhalb der EU — unabhängig davon, wie viele Bücher im Warenkorb liegen. Innerhalb Deutschlands ist auch der Bücherversand kostenfrei. Einzelheiten auf der Seite Versand.

Wie lange dauert die Lieferung?

Wir verschicken innerhalb eines Werktages nach Zahlungseingang. Die Zustellung dauert innerhalb Deutschlands dann noch 1 bis 3 Werktage, innerhalb der EU 5 bis 8 Werktage, außerhalb der EU 10 bis 20 Werktage.

Die Lieferfrist beginnt bei Vorkasse am Tag nach Erteilung des Zahlungsauftrags, bei allen anderen Zahlungsarten am Tag nach Vertragsschluss. Fällt das Fristende auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, tritt der nächste Werktag an seine Stelle.

Wie wird verpackt und versichert?

Versendet wird mit DHL Geschäftskundenpost, versichert. Erfordert eine Sendung wegen ihrer Größe einen anderen Transportdienstleister, stimmen wir das vorher mit Ihnen ab.

Auf die Verpackung legen wir besonderen Wert: alte Papierarbeiten überstehen einen Transport nur, wenn sie flach, steif und trocken liegen. Dafür ist das Klapp-Passepartout gemacht, in dem jedes Werk geliefert wird.

Fallen bei Lieferungen ins Ausland Zollgebühren an?

Bei Sendungen in die Schweiz und in Nicht-EU-Länder können Zollgebühren und Einfuhrabgaben anfallen. Sie sind nicht im Rechnungsbetrag enthalten und werden Ihnen vom Zoll direkt berechnet — wir haben darauf keinen Einfluss und können die Höhe nicht vorhersagen.

Rückgabe

Kann ich ein Werk zurückgeben?

Ja. Sie haben ein Monat Widerrufsrecht, gerechnet ab dem Tag, an dem Sie die letzte Ware in Besitz genommen haben. Eine eindeutige Erklärung genügt — ein Brief oder eine E-Mail; Sie können den Widerruf auch über unser Online-Formular erklären und erhalten dann unverzüglich eine Eingangsbestätigung.

Die Kosten der Rücksendung tragen wir. Die Ware ist binnen vierzehn Tagen nach Ihrer Widerrufserklärung an uns zurückzusenden; bei Rücksendungen aus dem Ausland sprechen Sie uns vorher an, damit wir den Rückweg organisieren. Den vollen Wortlaut samt Muster-Widerrufsformular finden Sie in der Widerrufsbelehrung.

Was passiert, wenn ein Werk beschädigt ankommt?

Bitte dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos — auch von der Verpackung — und melden Sie sich rasch bei uns. Jede Sendung ist versichert; wir übernehmen die Abwicklung mit dem Transporteur und finden gemeinsam mit Ihnen eine Lösung. Ihre gesetzlichen Rechte bleiben davon unberührt.

Werke verkaufen

Ich möchte Werke aus meiner Sammlung abgeben.

Sprechen Sie uns an. Wir erarbeiten mit Ihnen ein Konzept für den Verkauf einzelner Blätter oder ganzer Sammlungen. Stücke aus unserem Kerngebiet — Zeichnungen, Aquarelle, Ölskizzen und Druckgraphik des 17. bis 19. Jahrhunderts — kaufen wir auch jederzeit direkt für den eigenen Handel an.

Am schnellsten geht es über die Beratungsanfrage: dort können Sie gleich beschreiben, um welche Werke es geht.

Techniken

Die Techniken unseres Bestands

Der junge Mann mit der Silhouette Daniel Nikolaus Chodowiecki · Der junge Mann mit der Silhouette

Die Radierung

Tiefdruck · Blütezeit 17.–18. Jahrhundert

Bei der Radierung zeichnet der Künstler mit der Nadel in einen wachsartigen, säureresistenten Ätzgrund auf einer Kupferplatte; ein Säurebad vertieft die freigelegten Linien. Das Ergebnis ist eine fast zeichnerisch freie Linie — beweglicher als der gestochene Strich, in frühen Abzügen oft mit samtigem Grat.

Für Sammler: Achten Sie auf den Druckzustand und die Plattenkante. Frühe Abzüge mit vollem Rand sind gesuchter. Werkverzeichnis-Nummern nennen wir, wo sie bekannt sind, in der Werkbeschreibung.

264 Radierungen ansehen
Der heilige Kreuzweg Alois Petrak · Der heilige Kreuzweg

Der Kupferstich

Tiefdruck · die älteste Drucktechnik auf Metall

Beim Kupferstich schneidet der Stecher die Linie mit dem Grabstichel direkt ins Metall — ohne Säure. Das verlangt höchste Präzision und erzeugt den charakteristisch klaren, schwellenden Strich, wie ihn etwa Merians Stadtansichten zeigen. Durch die Kräfte, die beim Abdruck auf das Papier wirken, nutzen sich die gestochenen Grate mit der Zeit ab und verlieren an Schärfe.

Für Sammler: Kupferstiche des 16. und 17. Jahrhunderts sind erstaunlich erschwinglich. Das Wasserzeichen im Papier hilft bei der Datierung — wir dokumentieren es, wo vorhanden.

9 Kupferstiche ansehen
Die Osteria Friedrich Hohe · Die Osteria

Die Lithografie

Flachdruck · 1796 von Alois Senefelder erfunden

Gezeichnet wird mit fetthaltiger Kreide direkt auf den Stein, bevorzugt Kalkstein. Es folgt eine Behandlung mit Säure und Gummi arabicum. Dieser Vorgang und der Abdruck beruhen auf der Abstoßung von Fett und Wasser. Die Technik erlaubt malerische, kreidige Töne und nahezu verschleißfreie hohe Auflagen; im 19. Jahrhundert wurde sie zum bevorzugten Medium für Landschaft und Porträt.

Für Sammler: Frühe Inkunabeln der Lithografie vor 1820 sind ein eigenes Sammelgebiet. Auflagenhöhe und Verlag geben Orientierung.

11 Lithografien ansehen
Die Versuchung Jesu Christoffel Jegher · Die Versuchung Jesu

Der Holzschnitt

Hochdruck · die früheste Form der Druckverfahren

Das Motiv wird als Negativ in einen hölzernen Druckstock geschnitten; die abzudruckenden Linien bleiben als erhöhte Stege stehen. Der Abzug zeigt diese Linien in voller, kräftiger Schwärze — vom Blockbuch des 15. Jahrhunderts bis zum expressionistischen Farbholzschnitt.

Für Sammler: Die große Krafteinwirkung beim Druck lässt die Holzstege nach vielen Abzügen brechen oder wegknicken. Frühe Abzüge ohne Abnutzungserscheinungen sind besonders begehrt.

2 Holzschnitte ansehen
Waldstück mit Bach Carl August Walther · Waldstück mit Bach

Das Aquarell

Unikat auf Papier · Wasserfarben, lasierend

Das Aquarell ist kein Druck, sondern ein Unikat im strengsten Sinn: lasierende Wasserfarben, deren Leuchtkraft vom durchscheinenden Papier lebt. Korrekturen sind kaum möglich — jedes Blatt zeigt die erste, endgültige Entscheidung des Künstlers.

Für Sammler: Lichtechtheit ist das zentrale Thema. Hängen Sie Aquarelle nie in direktes Sonnenlicht; UV-Schutzglas ist Pflicht.

166 Aquarelle ansehen
Junge Frau im Korsett Leo Primavesi · Junge Frau im Korsett

Die Zeichnung

Unikat auf Papier · Feder, Kreide, Rötel, Sepia

Zeichnungen sind die unmittelbarsten Zeugnisse künstlerischen Denkens — Studien, Entwürfe, autonome Blätter. Ob Federzeichnung, Rötel oder Sepialavierung: Hier sehen Sie die Hand des Künstlers ohne Umweg.

Für Sammler: Bei Altmeisterzeichnungen ist die Zuschreibung die Kernfrage. Wir geben den Zuschreibungsgrad ehrlich an — von „eigenhändig" über „Werkstatt" bis „Umkreis".

462 Zeichnungen ansehen

Druckgraphik

Farbholzschnitt und Farblinolschnitt
Hochdruck in Farbe: Für jede Farbe wird ein eigener Stock aus Holz bzw. eine Linolplatte geschnitten und passgenau übereinandergedruckt — um 1900 von Künstlern des Jugendstils und des Expressionismus zur Blüte gebracht.
Holzstich (Xylografie)
Weiterentwicklung des Holzschnitts auf extrem hartem Hirnholz, quer zur Faser: Mit dem Stichel sind feinste Linien möglich — die dominierende Illustrationstechnik der Zeitschriften und Bücher des 19. Jahrhunderts.
Aquatinta
Ätztechnik für flächige Tonwerte: feiner Kolophoniumstaub erzeugt samtige Graustufen, oft mit der Linienradierung kombiniert.
Farbradierung
Radierung in Farbe, entweder von mehreren Platten oder „à la poupée" — die Farben werden mit dem Ballen direkt auf einer Platte verteilt. Jeder Abzug fällt dadurch leicht anders aus.
Tongrund / Tonplatte
Eine zusätzliche, flächig druckende Platte hinterlegt die Darstellung mit einem zarten Farbton, oft Chamois oder Grau — verbreitet bei Lithografien und Stichen des 19. Jahrhunderts.
Crayonmanier
Radiertechnik des 18. Jahrhunderts, die mit Roulette und Moulette den körnigen Strich der Kreidezeichnung nachahmt — beliebt zur Reproduktion von Zeichnungen, oft in Rötelton gedruckt.
Schabkunst (Mezzotinto)
Die Platte wird vollflächig aufgeraut und das Motiv aus dem Dunkel herausgeschabt — unerreicht weiche Übergänge, beliebt im 18. Jahrhundert.
Stahlstich
Wie der Kupferstich, nur in harten Stahl graviert — erlaubte im 19. Jahrhundert sehr hohe Auflagen mit feinsten Linien, etwa für Ansichtenwerke und Veduten.
Kreide-, Feder- und Tonlithografie
Je nach Zeichenmittel auf dem Stein: samtig-körnige Kreide, feine lineare Feder oder eine zusätzliche Tonplatte für flächige Wirkung — die drei klassischen Spielarten des Steindrucks.
Farb- und Chromolithografie
Mehrfarbiger Steindruck von mehreren, passgenau übereinander gedruckten Steinen. Die Chromolithografie des späten 19. Jahrhunderts erreichte mit bis zu 20 Steinen nahezu malerische Wirkung.
Algraphie
Flachdruck von der Aluminium- statt von der Kalksteinplatte — leichter zu handhaben, um 1900 als moderne Variante der Lithografie geschätzt.

Zeichnung und Malerei auf Papier

Bleistiftzeichnung
Das unmittelbarste Zeichenmittel: vom zarten Silberton harter Minen bis zum samtigen Schwarz weicher Grade. Die häufigste Technik für Studien, Skizzen und Reiseblätter des 19. Jahrhunderts.
Federzeichnung und Tusche
Mit Feder oder Pinsel in Tusche, Sepia oder Bister — vom präzisen Umriss bis zur flächig lavierten Zeichnung. Laviert heißt: mit dem Pinsel verdünnt vertrieben.
Kohle und Kreide
Breite, malerische Strichlagen und tiefe Schwärzen; Kreide auch in Schwarz, Weiß oder farbig auf getöntem Papier. Empfindliche Oberflächen, oft vom Künstler fixiert.
Rötel
Zeichnung mit rotem Eisenoxid-Stift — der warme, rotbraune Ton der klassischen Akt- und Figurenstudie seit der Renaissance.
Pinselzeichnung
Frei mit dem Pinsel gezeichnet statt gemalt — fließende Konturen und Lavierungen, häufig in Verbindung mit Feder oder Bleistift.
Gouache
Deckende Wasserfarbe: Anders als das lasierende Aquarell deckt Gouache das Papier vollständig ab und erlaubt satte Flächen und Korrekturen.
Ölstudie
Öl auf Papier, Karton oder Leinwand, oft als Studie nach der Natur. Kleine Formate mit großer Unmittelbarkeit — ein eigenes Sammelgebiet der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts.
Mischtechnik
Mehrere Techniken auf einem Blatt: Bleistift mit Aquarell, Feder mit Deckweiß, Kreide über Lavierung. Wir benennen die Bestandteile in jeder Werkbeschreibung.

Fotografie und moderne Verfahren

Albuminpapierabzug
Das wichtigste Fotoverfahren von etwa 1850 bis 1890: Abzug auf mit Eiweiß beschichtetem Papier, meist vom Glasnegativ — erkennbar am warmen, leicht glänzenden Sepiaton. Lichtempfindlich, daher geschützt aufbewahren.
Photogravure (Heliogravüre)
Edeldruckverfahren, das eine Fotografie in eine Tiefdruckplatte übersetzt — samtige, druckgraphisch anmutende Abzüge von großer Feinheit in den Tonwerten.
Pigmentdruck
Modernes Verfahren mit lichtstabilen Pigmenttinten auf Museumspapier — bei zeitgenössischen Fotografien unseres Bestands die übliche Ausführung.
Offsetdruck
Modernes Flachdruckverfahren über ein Gummituch — im Kunstkontext für Plakate und Auflagengraphik des 20. Jahrhunderts. Wir weisen Offsetdrucke stets ausdrücklich aus.

Pflege und Rahmung

So bleibt Ihr Werk schön

Konservatorische Einrahmung

Papierarbeiten sollten hinter UV-Schutzglas und mit säurefreiem Passepartout montiert werden — befestigt mit reversiblen Fotoecken oder Japanpapier-Fälzen, niemals vollflächig verklebt. Ein säurefreies Passepartout nach Maß liefern wir auf Wunsch mit; zur Rahmung selbst beraten wir Sie gern und arbeiten mit erfahrenen Werkstätten zusammen.

Licht und Klima

Direkte Sonne meiden, relative Luftfeuchte idealerweise 45 bis 55 Prozent, keine Hängung über Heizkörpern oder in Feuchträumen. Werke auf Papier profitieren von einem Platz mit gedämpftem Licht.

Handhabung und Lagerung

Ungerahmte Blätter nur mit sauberen, trockenen Händen am Rand anfassen und liegend in säurefreien Mappen lagern. Beim Transport stets flach und gepolstert — so, wie Ihr Werk auch bei uns verpackt wird.

Fachbegriffe verstehen

Glossar — vom Zustandsbericht bis zur Provenienz

Wir beschreiben unsere Werke offen und genau. Diese Begriffe begegnen Ihnen in unseren Werkbeschreibungen und im Umgang mit Kunst auf Papier.

Zustand

Gebräunt
Gleichmäßige Alterstönung des Papiers. Eine leichte Bräunung ist alten Blättern eigen und kein Mangel.
Stockfleckig / Stockflecken
Bräunliche Pünktchen im Papier durch Feuchtigkeit und Mikroorganismen — bei alten Blättern verbreitet, außerhalb der Darstellung meist unkritisch und restauratorisch behandelbar.
Knickspur / Mittelfalz
Sichtbare Knick- oder Faltlinie im Papier. Bei Blättern aus Büchern oder Mappen ist der Mittelfalz herstellungsbedingt und üblich.
Randläsuren / Einriss
Kleine Beschädigungen am Blattrand außerhalb der Darstellung. Wir benennen Lage und Länge; fachgerecht hinterlegte Einrisse sind stabilisiert.
Wasserrand / Feuchtrand
Heller oder bräunlicher Rand einer früheren Befeuchtung. Außerhalb der Darstellung meist wenig störend, restauratorisch reduzierbar.
Lichtrand
Tonunterschied zwischen dem einst vom Passepartout abgedeckten Rand und der belichteten Fläche — ein Zeichen früherer Rahmung.
Retuschiert / restauriert
Fachgerecht ausgeführte Ausbesserungen. Wir weisen jede uns bekannte Restaurierung offen aus.

Druck und Technik

Druckzustand
Fassung der Druckplatte: Künstler überarbeiteten Platten mehrfach. „II (von II)" bedeutet zweiter von zwei bekannten Zuständen.
Plattenkante / Plattenrand
Der Abdruck der Druckplatte im Papier — ihr Erhalt spricht für ein unbeschnittenes, vollrandiges Exemplar.
Abzug / Auflage
Ein einzelner Druck von der Platte bzw. die Gesamtzahl der Drucke. Frühe, gratige Abzüge vor der Abnutzung der Platte sind gesuchter.
Chine collé
Hauchdünnes China-Papier, das beim Druck auf ein kräftigeres Trägerpapier aufkaschiert wird — ergibt eine besonders feine, seidige Druckwirkung.
Remarque
Kleine Randskizze auf der Druckplatte, meist in frühen Zuständen — bei Sammlern ein beliebtes Kennzeichen früher Abzüge.

Provenienz und Echtheit

Provenienz
Die Herkunftsgeschichte eines Werks: Vorbesitzer, Sammlungen, Auktionen. Wir dokumentieren, was wir wissen — lückenlose Provenienzen sind bei Papierarbeiten die Ausnahme.
Sammlerstempel (Lugt)
Stempel oder Trockenstempel früherer Sammler, katalogisiert im Standardwerk von Frits Lugt — wertvolle Provenienzbelege.
Nachlassstempel
Stempel aus dem Atelier-Nachlass eines Künstlers. Er belegt, dass das Blatt bis zu dessen Tod im Besitz des Künstlers war.
Verso
Die Rückseite des Blattes. Montierungsreste, Sammlerstempel oder alte Beschriftungen dokumentieren wir dort.
Wasserzeichen
Im Papier eingeprägtes Zeichen der Papiermühle — ein wichtiges Indiz für Datierung und Echtheit.
Werkverzeichnis
Wissenschaftlicher Katalog aller bekannten Werke eines Künstlers. Die Verzeichnis-Nummer nennen wir in der Beschreibung, wo sie bekannt ist.
Zuschreibung
Grad der Sicherheit der Autorschaft, absteigend: eigenhändig, zugeschrieben, Werkstatt, Umkreis, Nachfolge. Wir ordnen jedes Blatt ehrlich ein.

Umgang und Pflege

Passepartout / säurefrei
Kartonumrahmung unter Glas. Säurefreies Material verhindert, dass das Werk über Jahrzehnte Schaden nimmt.
Museumsglas / UV-Schutz
Entspiegeltes Glas mit UV-Filter — Pflicht für Aquarelle und empfindliche Blätter, empfehlenswert für jede Rahmung.
Japanfälze / Fotoecken
Reversible Montierung im Passepartout: Das Blatt wird nie vollflächig verklebt, sondern nur an Fälzen aus Japanpapier oder in Ecken gehalten.
Klima und Lagerung
Ideal sind 45 bis 55 Prozent relative Luftfeuchte, kein direktes Sonnenlicht und keine Hängung über Heizkörpern. Ungerahmte Blätter liegend in säurefreien Mappen lagern.

Kauf und Recht

Differenzbesteuerung (§ 25a UStG)
Kunstgegenstände aus dem Wiederverkauf werden differenzbesteuert: Der Preis enthält die Umsatzsteuer, sie wird auf der Rechnung nicht gesondert ausgewiesen. Bücher und Kataloge werden dagegen mit 7 %, Fotografien mit 19 % ausgewiesen.
Widerrufsrecht (1 Monat)
Sie können den Kauf ohne Angabe von Gründen binnen eines Monats widerrufen, gerechnet ab dem Tag der Inbesitznahme der letzten Ware. Die Kosten der Rücksendung tragen wir.
Versandkostenfrei
Kunstwerke verschicken wir weltweit ohne Versandkosten. Bei Büchern und Katalogen fallen sie nur außerhalb Deutschlands an.

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