Mönch am Fenster vor Zisterzienserabtei
»Mönch am Fenster vor Zisterzienserabtei« ist ein Werk von August von Bayer, ausgeführt als Tusche über Bleistift auf Papier, Professionell unter säurefreiem Museumspassepartout montiert und misst 28 x 20,7 cm (Darstellung).
Der 1803 in Rorschach am Bodensee geborene August von Bayer studierte zuerst Architektur unter Friedrich Weinbrenner, um sich später in München, Karlsruhe und Baden-Baden der Architekturmalerei zu widmen. Seine poetisch aufgefassten Ansicht… weiterlesen ›
Der 1803 in Rorschach am Bodensee geborene August von Bayer studierte zuerst Architektur unter Friedrich Weinbrenner, um sich später in München, Karlsruhe und Baden-Baden der Architekturmalerei zu widmen. Seine poetisch aufgefassten Ansichten von Kirchen, Klöstern und Kapellen haben große Anerkennung beim Hochadel gefunden. Zu dem Kreis seiner Bewunderer und Förderer gehörte unter anderem König Friedrich Wilhelm IV. und der König von Hannover, Ernst August I. Trotz der naturwissenschaftlichen Ausbildung neigt von Bayer in seinem malerischen Werk zu einer transzendentalen, zum Teil sogar religiösen Interpretation der Natur in der Tradition der Romantiker, allen voran Caspar David Friedrichs.
Ein schwerer Vorhang wurde aufgezogen um den Blick aus dem Fenster frei zu geben. Ein Mönch steht davor mit dem Rücken zum Betrachter. Wir sehen lediglich einen Teil seines Profils, genug, um seine volle Vertiefung in das Gesehene zu bemerken. Die kargen Mauern des Klosters und die Idylle der hügeligen Landschaft am See bilden zwei Parallelwelten. Während der Innenraum die Begrenztheit des irdischen Daseins symbolisiert, verspricht die Landschaft draußen das ewige Leben. Die Kirche am Ufer ist dessen Garant. Die kleinen Segelboote sind Zeichen der Lebensfahrt: Unter dem Schutz Christi, des Steuermannes, werden die Gläubigen sicher an den Ort ihrer Bestimmung gelangen. Das Fenster ist hier, ähnlich wie bei Friedrich und vielen anderen Künstlern des 19. Jahrhunderts, ein Symbol der Sehnsucht. Während aber die Romantiker Sehnsucht für einen vollkommenen Zustand erklärten und keine Erfüllung erwarteten, ist das Fenster bei von Bayer der Ausdruck von unerschütterlicher Hoffnung auf die himmlische Seligkeit.
Über den Künstler
August von Bayer (1803 Rorschach - Karlsruhe 1875), ab 1875 Ausbildung in der Architektur, ab 1828 als Schüler Friedrich von Gärtners und Georg Wilhelm Issels in der Architekturmalerei, 1852 Ernennung zum Hofmaler, bekannt für atmosphärische Bilder von sakralen - überwiegend gotischen - Innenräumen
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Künstler
- August von Bayer
- Technik
- Bleistift
- Ausführung
- Tusche über Bleistift auf Papier, Professionell unter säurefreiem Museumspassepartout montiert
- Epoche
- Biedermeier
- Darstellung
- Genre
- Signatur
- oben rechts monogrammiert: "AvB"
- Provenienz
- Sammlung Artaria, Wien
Maße
- Werk
- 28 x 20,7 cm (Darstellung)
Zustand
Sehr guter Zustand
August von Bayer
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