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Malerei, Baukunst und Bildhauerei sind die drei Begriffe, die die Kunstgeschichte dem Ausdruck von Schönheit durch das Material zugeordnet hat. Drei Gattungen, die ungezählte Schöpfungen der Kunst vereinen und im Grunde nur vage unterteilen. Verbergen sich im Dreiklang dieser Begriffe doch ausdifferenzierte Methoden, Überschneidungen und Ergänzungen. In der allegorischen Gestalt dreier Schönheiten in antiken Gewändern, zeigt Angelicka Kauffmann Malerei, Baukunst und Bildhauerei gleich den drei Grazien, als den Verkörperungen von Anmut, Schönheit und Frohsinn. Mit den Werkzeugen Ihrer Zunft als Attribut reihen sie sich hintereinander, präsentieren und bewundern. Wie könnten die Künste anders dargestellt werden, als durch das Agieren und Reagieren, da sie doch gerade im Zusammenspiel ein anmutiges Ganzes ergeben. Rückblickend auf einen Bericht Goethes scheint die Vorlage dieser Crayonmanier das Verlangen nach künstlerischer Entfaltung Angelika Kauffmanns auszudrücken. Goethe durfte die Künstlerin in Rom als zwar erfolgreiche Porträtmalerin kennenlernen, glaubte jedoch Ihren Unmut über die geringe kreative Schaffenskraft zu spüren, die dabei möglich wäre. In den antiken Gewändern der Figuren, stärker jedoch in deren für ein Porträt völlig ungewöhnlichen Haltungen, scheint die Künstlerin in diesem Werk eine bewusste Grenze zum Porträtieren ihrer Zeitgenossen ziehen zu wollen. Das szenische Zusammenspiel, die antikisch idealisierte Schönheit der Figuren und nicht zuletzt das Thema der bildenden Kunst als kreativ schöpfende Tätigkeit steht im Vordergrund, wie es auch die Crayonmanier von Berger, auf das Wesentliche reduziert, wiedergibt. |bo

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Künstler
Daniel Berger
Ausführung
Punktierstich in Rot auf Papier
Jahr
1786
Darstellung
Künstler
Signatur
unten rechts in der Druckplatte signiert und datiert: "verfertigt von D. Berger Berlin 1786", unten mittig bezeichnet: "Die drei bildenden Künste | nach einer Original Zeichnung von Angelica Kauffmann, aus der Sammlung des Herzogl. Curländl, Hofmarscha
Werkverzeichnis
Oesfeld / Crayen 1792, Nr. 683; Baumgärtel (unveröffentlicht)

Maße

Werk
14,2 x 18,4 cm (Darstellung)
Platte
16,7 x 22,3 cm (Plattenmaß)
Angabe
Weitere Größen: Papier: 17,2 x 22,4 cm . 16,7 x 22,3 cm (Plattenmaß)

Zustand

Schwach fleckig, bes. oben am Rand und leichtgebräunt an den Plattenkanten, in den vier Ecken kleine Einstichlöcher.

Zu sehen in Finderglück 16
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