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Die Arena in Verona ist ein gut erhaltenes römisches Amphitheater und gilt als das drittgrößte der noch erhaltenen antiken Amphitheater. Besonders reizvoll: auf der Fotografie ist im Vordergrund der Anlage die damals gerade frisch gepflanzte Vegetation festgehalten. Original-Fotografie mit hoher Detailschärfe. Ein frühes Zeugnis der Reisefotografie. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts reisten immer mehr Touristen aus bürgerlichen Kreisen nach Italien. Fotografien konnten damals nur mit hohem zeitlichem Aufwand und einer teuren, unhandlichen Apparatur entstehen. Umso dankbarer griffen viele Touristen auf die Arbeiten der professionellen Fotografenateliers vor Ort zurück, um den Zuhausegebliebenen ein Souvenir aus der Ferne mitzubringen oder sie als Erinnerungsstücke zu sammeln. Berühmt gewordene Fotografen wie Carlo Naya, Giorgio Sommer oder die Gebrüder Alinari lichteten die bekanntesten Sehenswürdigkeiten ihrer Heimatstädte ab und begaben sich selbst auf Reisen, um die beliebtesten Ziele ihrer Kunden zu fotografieren und als Albuminabzug anzubieten. Auch antike Kunstschätze wurden fotografisch aufgenommen und den Reisenden angeboten. Die hochwertigen Fotografien der Skulpturen und Fresken leisteten weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation der Kunstschätze und der Zugänglichkeit für Wissenschaftler aus ganz Europa, die zuvor auf Nachzeichnungen oder Stiche angewiesen waren, wenn sie nicht das Original selbst betrachten konnten.

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Ausführung
Albuminpapierabzug, aufgezogen auf Karton
Jahr
um 1880
Darstellung
Architektur
Land
Italien
Signatur
Unten auf der Unterlage bezeichnet: "Italien: Die Arena in Verona".

Maße

Werk
Karton: 30,8 cm x 37,0 cm, Darstellung: 18,8 cm x 24,5 cm

Zustand

Guter Zustand. Die Darstellung macht einen sehr guten Eindruck. Oben rechts im Bereich des Himmels altersbedingt leicht stockfleckig; der Karton ist leicht wellig.

Giorgio Sommer

1834 – 1914·Deutschland·19. Jahrhundert

Als Giorgio Sommer 1834 in Frankfurt am Main geboren wurde, hatte sich die Fotografie als, die Wirklichkeit abbildende, Technik bereits seit einigen Jahren gut entwickelt. Deutsche, englische und französische Pioniere der Fotografie hatten bis etwa 1840 Methoden entwickelt, mithilfe lichtempfindlicher Materialien und mehr oder weniger präzisen Optiken, die Natur im Sinne unserer heutigen Fotografie wiederzugeben. Zur Mitte des Jahrhunderts entstanden überall kleine fotografische Ateliers, oft ehemalige lithographische Anstalten, die die neue Technik gleichsam als Fortentwicklung ihres bisherigen Metiers sahen. Giorgio Sommer, der sich zunächst einer Ausbildung zum Kaufmann widmete, gehört zu den frühesten erfolgreichen Fotografen. Um 1856 ging er nach Italien und eröffnete 1857 ein eigenes Atelier für Fotografie in Neapel. Er bereiste Italien und folgte dabei nicht zuletzt den Spuren der Grand Touristen, die seit dem 18. Jahrhundert den Kanon der sehenswürdigen Orte und Monumente in Italien festgelegt hatten. Populäre Ziele wie die antiken Reste des alten Rom, Ruinen in der malerischen Campagna und die herrlichen Landschaften und Städte am Golf von Neapel zogen auch Giorgio Sommer an. In den dort aufgenommenen Fotografien hoffte er, auch den Geschmack der zeitgenössischen Reisenden zu treffen. Aber auch Alltagsszenen hielt er im Foto fest, die uns heute wegen ihrer historischen Entfernung zwar fremd anmuten, wegen der Schärfe und Genauigkeit der Abbildung jedoch äußerst vertraut erscheinen. Sogar den Ausbruch des Vesuv im Jahre 1872 fotografierte Sommer und schuf damit zugleich ein gewaltiges Zeitdokument der Naturkatastrophe. Ebenso dokumentierte er die Folgen eines Erdbebens und die noch heute anrührenden Spuren des verschütteten Pompeji und der freigelegten Abgüsse menschlichen Lebens. Zwischen 1867 und 1874 arbeitete er mit dem deutschen Fotografen Edmond Behles zusammen und betrieb ein gemeinsames Atelier. In den 1870er-Jahren fertigte Sommer ausserdem Repliken antiker Statuen in Bronze, Terrakotta und Marmor, die dank ihrer guten Gussqualität und Genauigkeit in der Abbildung weite Verbreitung fanden. Festgehalten auf Glasplatte und Albuminpapier lässt der beinahe objektive Blick des Fotografen auf das Italien des 19. Jahrhunderts noch heute erstaunen.

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