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Neujahrsbillet.

Über den Künstler

Johann Christoph Erhard (1795-1822) gehört zu jenem traurigen Club der jung verstorbenen Romantiker, in dem er neben Franz Horny und Heinrich Reinhold zu den herausragenden Persönlichkeiten gezählt werden muss. Schon früh zeigte sich seine außergewöhnliche Begabung, Landschaften nicht mehr als bloße Lebensräume getreu abzubilden, sondern in ihnen emotionale Gefüge zu erkennen, deren Komposition im Bild ebenso auf den Betrachter zurückwirken. Diese Abkehr von der bloßen Abbildung hin zur Einbildung verbindet ihn mit den anderen großen romantischen Künstlern seiner Zeit.

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Technik
Radierung
Ausführung
Radierung auf Papier
Jahr
1812
Epoche
Romantik
Darstellung
Genre
Signatur
Auf dem Stein in der Darstellung mittig bezeichnet: "MDCCCXIII", unten in der Druckplatte signiert und datiert: "Joh. Chr. Erhard invt et fec 1812"
Werkverzeichnis
Apell 63, III

Maße

Werk
10,2 x 13,6 cm (Darstellung)
Angabe
Weitere Größen: 13,6 x 14,5 cm (Papier)

Zustand

Sehr guter Zustand. | Stellenweise leicht wellig. Auf dem Blattrand teils geringfügig verschmutzt.

Johann Christoph Erhard

1795 – 1822·Deutschland·19. Jahrhundert
In den "Club 27", einer Liste von Rockmusikern, die nach exzessivem Lebenswandel jung verstarben, wird Johann Christoph Erhard wohl nie aufgenommen werden, obgleich er noch kurz vor seinem 27. Geburtstag verschied. Denn obwohl dem Künstler die Rockmusik natürlich völlig unbekannt war, hätte er aus heutiger Sicht diese Anerkennung verdient. Denn auch er durchlebte ein kurzes, von psychischer Aufruhr bewegtes Leben und hinterließ ein relenavtes Werk für die Nachwelt. Durch die kunstsinnige Familie gefördert, erhielt er Zeichenunterricht in der Werkstatt des Ambrosius Gabler, wo er Johann Adam Klein kennenlernte, der ihn als Freund fortan begleitete. Beide verband die Leidenschaft für ausgedehnte Studienausflüge und genaue Naturstudien. Trachtentragende Einheimische, häufig in Begleitung von Tieren, sowie die allgegenwärtigen Soldaten der Napoleonischen Kriege, sind stetig wiederkehrende Protagonisten. Italien zog Erhard immer wieder in seinen Bann, wo er die Nähe der deutschen Künstler in Rom suchte. Hier machte sich spätestens der melancholische Zustand seiner Psyche bemerkbar. Halluzinationen führten zu einem ersten Suizidversuch um Weihnachten 1820, dem weitere folgten. Im Januar 1822 verstarb er in Rom an den Verletzungen eines selbst zugefügten Pistolenschusses.
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