Bettina von Arnim mit Goethedenkmal, Zustandsdruck
»Bettina von Arnim mit Goethedenkmal, Zustandsdruck« ist ein Werk von Ludwig Emil Grimm aus dem Jahr 1838, ausgeführt als Radierung auf Papier und misst 19,7 x 15,4 cm (Darstellung).
Ludwig Emil Grimm kannte Bettina Brentano schon aus Kassel, wo er bereits alsVierzehnjähriger ersten Unterricht an der Kunstakademie genoß. Einer seinerLehrer, Ernst Robert, gab Bettina 1807 Privatunterricht im Malen. Eine Serie vonBettina-… weiterlesen ›
Ludwig Emil Grimm kannte Bettina Brentano schon aus Kassel, wo er bereits als
Vierzehnjähriger ersten Unterricht an der Kunstakademie genoß. Einer seiner
Lehrer, Ernst Robert, gab Bettina 1807 Privatunterricht im Malen. Eine Serie von
Bettina-Bildnissen zeichnete der junge Grimm, als er 1808/1809 bei der Familie
Friedrich Karl von Savigny in Landshut zu Gast war.1 Ihn faszinierte die fünf Jahre
Ältere, die er mehrfach beim Lesen und meist in ungezwungenen Posen abbildete.2
Eine erste Porträtradierung Bettinas entstand bereits 1809, als Grimm an der
Münchener Akademie das Kupferstechen bei Carl Hess erlernte. Dieses Bildnis
wurde von Goethe freundlich aufgenommen.3 Bettina selbst war eine glühende
Goethe-Verehrerin, die auch die Freundschaft seiner Mutter gewann und aus dieser
Quelle Begebenheiten aus Goethes Kindheit überlieferte. Im Jahr 1810 heiratete
Bettina den Dichter Achim von Arnim und begann ein Leben im Wechsel zwischen
Berlin und dem Gut Wiepersdorf zu führen. Nachdem in Frankfurt am Main die Idee
eines Goethe-Denkmals diskutiert wurde, entwarf Bettina 1825 ihr eigenes Modell,
das als Umrißzeichnung auch in ihrem Buch „Goethes Briefwechsel mit einem
Kinde“ (1835) zu finden war.4
Ludwig Grimm lud Bettina von Arnim im Sommer 1838 zu einem Besuch nach
Kassel ein, der dann im späten Herbst stattfand. Bei dieser Gelegenheit zeichnete er
die reife Frau und Mutter von sieben Kindern vor dem Modell des Goethedenkmals
und arbeitete die Zeichnung anschließend zur Radierung aus.5 Auf dieser ist die nach
rechts gewendete Schriftstellerin mit weitem Kleid und Umhang in einem Lehnstuhl
sitzend zu sehen. In der gewählten Pose, sinnierend, die Hand ans Kinn gelegt, wirkt
die Dichterin selbst beinahe wie ein Denkmal. Zum wachsenden Goethekult in
Deutschland trug allerdings weniger ihr Denkmalsentwurf als das teils fiktive und
teils geschönte Briefbuch bei.
co
1 Koszinowski/Leuschner 1990, S. 35-39.
2 Siehe auch Anton Merk: Die Bildniskunst, in: Ausst. Kat. Kassel 1985, S. 101-111,
besonders S. 108.
3 Koszinowski/Leuschner 1990, S. 36-37 (Die Urteile von Achim von Arnim und Clemens
Bretano fielen weniger schmeichelhaft aus, siehe: ebd.).
4 Siehe zu Bettines Goethedenkmal auch Petra Maisak, in: Aust. Kat. Frankfurt 1985, S. 214-
219, 223 und Sybille von Steinsdorf, ebd. S. 244-252.
5 Koszinowski/Leuschner 1990, P 361 (S. 167-168).
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Künstler
- Ludwig Emil Grimm
- Technik
- Radierung
- Ausführung
- Radierung auf Papier
- Jahr
- 1838
- Epoche
- Romantik
- Darstellung
- Künstlerdarstellung
- Signatur
- Unterhalb der Darstellung in der Druckplatte datiert und bezeichnet: "29. Nov. 1838 ad viv." und "Bettine"
- Werkverzeichnis
- Stoll 1911, Nr. 52
Maße
- Werk
- 19,7 x 15,4 cm (Darstellung)
- Platte
- 27,8 x 22,3 cm (Plattenmaß)
- Angabe
- Weitere Größen: Papier: 34 x 24,4 cm . 27,8 x 22,3 cm (Plattenmaß)
Zustand
Passabler Zustand. Das Blatt ist altersbedingt verfärbt. Um die Darstellung herum sind Lichtschäden in Form einer ehemaligen Rahmung zu erkennen. Links unten in der Darstellung helle Verfärbungen. Die Blattecken sind geringfügig bestoßen.
Ludwig Emil Grimm
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