Das Porträt des Freundes Johann Christoph Erhard
»Das Porträt des Freundes Johann Christoph Erhard« ist ein Werk von Johann Adam Klein aus dem Jahr 1822, ausgeführt als Radierung auf aufgewalztem Chinapapier und misst 15,2 x 11,5 cm (Darstellung).
Der Nürnberger Johann Adam Klein genoß Zeichenunterricht bei Georg Christophvon Bemmel, bevor er sich 1805 in Lehre bei dem Kupferstecher Ambrosius Gablerbegab. Dort wurde er nicht nur künstlerisch geprägt, auch die lebenslangeFreundschaft … weiterlesen ›
Der Nürnberger Johann Adam Klein genoß Zeichenunterricht bei Georg Christoph
von Bemmel, bevor er sich 1805 in Lehre bei dem Kupferstecher Ambrosius Gabler
begab. Dort wurde er nicht nur künstlerisch geprägt, auch die lebenslange
Freundschaft zu Johann Christoph Erhard fand hier ihren Ursprung. Im Sommer
1818 unternahm der Freundeskreis um Klein und Erhard jene ebenso bekannte wie
kunsthistorisch folgenreiche Reise durch das Salzburger und Berchtesgadener Land,
während der Kleins berühmte Bildnisse der Künstlerfreunde auf Wanderschaft
entstanden.
Das vorliegende Blatt dieser Art hat Klein nach Erhards Freitod 1822 als
Titelvignette zu dessen Nachlaß entwickelt. Als Vorlage wählte Klein sein
Doppelportrait von Erhard und Ernst Welker. Das Aquarell ist während besagter
Reise entstanden und zeigt die Freunde auf der Kanzel in Aigen, versunken in ihre
Studien.1
Das luftig angelegte Doppelportrait verwandelt Klein nun in eine Konzentration auf
Erhard. Die spontane Geste in der Landschaft, die die Freunde beim Studium
derselben festhält, tritt in den Hintergrund. Das vorliegende Blatt ist zur intensiven
Personenstudie geworden.
Das ursprüngliche Doppelportrait, unmittelbares Zeugnis für Freundschaft und
Wegbegleitung auf Wanderschaft, geht durch die konstruierte Fokussierung auf
Erhard und dessen Attributierung mit allerlei einschlägigen Utensilien - Wanderaxt,
wasserdichter Reisebeutel der Maler etc. - nun in der toposhaften Bildformel des
Zeichners in der Landschaft auf. Seit dem 16. Jahrhundert soll sie in der
Vedutenmalerei den Wahrheitsgehalt des Landschaftsbildes bezeugen. Sowohl diese
Bildformel als auch die Konstruktion solcher Motive findet sich bei Klein
wiederholt.2
Vorliegendes Blatt ist also ein aus dem Freundschaftsbild heraus entwickelter Beleg
dafür, daß Erhard ein Maler nach dem Leben war; es ist als grundlegende,
einleitende Bemerkung zu den Werken Erhards im Nachlaß zu verstehen. Kleins
Personenstudie ist mithin subtil gewähltes Motiv, um den Nachlaß eines
Landschaftsmalers zu eröffnen.
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1 Abb. in Ausst. Kat. Nürnberg 2006, Kat 40 und S. 184.
2 So ist die berühmte Radierung Die Maler auf der Reise, 1819 eine Kompilation aus
mindestens zwei unterschiedlichen Zeichnungen; Der Landschaftsmaler auf Reise von 1814
zeigt Johann Jakob Kirchner und ist ein weiteres Beispiel für diese Bildformel. Sie steht in
Verbindung mit einer Mappe von Landschaftszeichnungen Kirchners (Abb. Ausst. Kat.
Nürnberg 2006, Kat. 42; ebd. S. 26, Abb. 13).
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Künstler
- Johann Adam Klein
- Technik
- Radierung
- Ausführung
- Radierung auf aufgewalztem Chinapapier
- Jahr
- 1822
- Epoche
- Romantik
- Darstellung
- Porträt
- Signatur
- unten bezeichnet, datiert und signiert: J. C. Erhard, geb: in Nürnberg d. 21 Februar 1795, gest. zu Rom, am 18 Jan: 1822. geätzt, von seinem Freunde J. A Klein, 1822, als Titelvignete zu dessen Nachlass.
- Werkverzeichnis
- Jahn 255, II/II
Maße
- Werk
- 15,2 x 11,5 cm (Darstellung)
- Angabe
- Weitere Größen: 29,7 x 23,2 cm (Papier)
Zustand
Insgesamt guter Zustand,
Johann Adam Klein
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