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In seiner Wiener Zeit in den frühen 1810er Jahren fertigte Johann Adam Klein 1814 die beiden Brustporträts des Metallwarenfabrikanten Joseph und dessen Frau Antonia Feil (geb. Kammerhuber) an. Die Familie des künstlerisch und wissenschaftlich gebildeten Feil war freundschaftlich mit dem Künstler verbunden, zählte doch der Bruder Franz Feil, der mit ihm die Metallwarenfabrik leitete, ebenfalls zu Kleins Wiener Freundeskreis. Klein, der sich in den Jahren um 1813/14 in seinen Zeichnungen immer wieder intimen Darstellungen von Häuslichkeit widmete, wie etwa Mädchen bei der Handarbeit oder Lesende und Porträts seiner Freunde, porträtierte auch einige Mitglieder der Familie Feil zu verschiedenen Gelegenheiten: so den Jungen Maxl Feil,das Ehepaar Feil in familiärer Atmosphäre zusammen auf einem Sofa, er eine lange Pfeife rauchend, sie vertieft in ihre Handarbeit. Auf der Rückseite jenes Blattes bildete der Zeichner Antonia erneut ab, in gleicher Kleidung, jedoch diesmal auf dem Sofa liegend, während links neben ihr die Umrisse eines stehenden Knaben sichtbar werden. Dass Joseph Feil den Künstler sogar auf einigen seiner Reisen begleitete, wie jene Reise zu Fuß im September 1812 durch die Steiermark, ins Salzkammergut und nach Oberösterreich sowie eine weitere im Frühsommer bis in den September 1814 hinein nach Ungarn, spricht für die große Sympathie, die die Männer einander entgegenbrachten. Der Tod des Fabrikanten im Dezember 1814 beendete jäh jene Freundschaft, deren inniger Charakter aus den beiden Brustbildnissen der Eheleute Feil spricht. Mit aufmerksamem, offenem Blick schauen die beiden geradeaus, die Züge umspielt der Ausdruck milden Wohlwollens. Der Künstler legte ähnlich große Sorgfalt sowohl in den Ausdruck und die Gesichtszüge des Paares als auch in die Beschreibung der modischen Haartracht der Frau: den am Hinterkopf zusammengedrehten und mit einem Kamm hoch aufgesteckten Zopf sowie das um den Kopf gewundene Haarband mit Schleife, die Details und die stoffliche Beschaffenheit der Kleidung. Es scheint, als wollte er in den beiden Brustporträts jedes Detail der liebgewonnenen Menschen fassen und auf diese Weise auch einen Teil jener Vertrautheit und Freundschaft über den Tod hinaus bewahren.

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Technik
Radierung
Ausführung
Radierung auf Papier
Jahr
1814
Darstellung
Porträt
Land
Deutschland
Signatur
Unten von fremder Hand bezeichnet: "J. Feils Frau".
Werkverzeichnis
Jahn 150 II/II

Maße

Werk
13,5 x 10,5 cm (Darstellung)
Platte
17,5 x 13,2 cm (Plattenmaß)
Angabe
Weitere Größen: Papier: 24,9 x 35,4 cm . 17,5 x 13,2 cm (Plattenmaß)

Weitere Angaben

Literatur
Jahn, C.: Das Werk von Johann Adam Klein. Maler und Kupferätzer zu München, Mitglied der kgl. Akademie der Künste zu Berli, Inhaber des Verdienstkreuzes vom herzogl. Sächs. Ernestinischen Hausorden; München 1863. Werkverzeichnis Nr.: 150 II/II.
Werkverzeichnis
, 150 II/II

Zustand

Sehr guter Zustand. Etwas fleckig, schwach gebräunt, kleiner Riss im Rand rechts etwas unterhalb der Mitte. Die Darstellung erscheint sehr frisch.

Zu sehen in Finderglück 16

Johann Adam Klein

1792 – 1875·Deutschland·19. Jahrhundert
Geboren in die Familie eines Nürnberger Weinhändlers, wurde Johann Adam Klein der Zugang zur Kunst nicht gerade in die Wiege gelegt. Der verständisvolle Vater jedoch förderte die schöngeistige Neigung seines Sohnes und ermöglichte ihm, den Weg des Künstlers zu beschreiten. Klein fühlte sich dem unmittelbaren Naturstudium hingezogen und verließ häufig die noch traditionellen Pfade der seinerzeit üblichen Kunstausbildung. Er unternahm Spaziergänge, Wanderungen und schließlich lange Reisen in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Italien, bei denen er alle Eindrücke gewissenhaft auf Papier festhielt. Einen Großteil seines umfangreichen Œuvres machen Zeichnungen und Radierungen von Tieren aus, sowie genrehafte Darstellungen der Menschen in ihren typischen Trachten, denen er bei seinen Ausflügen begegnete. Nicht zuletzt schlug sich in Kleins Motiven auch die unstete Zeit der Napoleonischen Kriege nieder, indem er Feldlager und uniformierte Soldaten verschiedenster Herkunft zeichnete. Er verstarb 1875 in München.

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