Fjordlandschaft
»Fjordlandschaft« ist ein Werk von Wilhelm August Krause aus dem Jahr 1847, ausgeführt als Öl auf Papier und misst 14 x 19,3 cm (Darstellung).
1847 im Jahre einer schweren Erkrankung entstanden, erschafft der Marinemaler Wilhelm Krause aus derErinnerung an die angenehmen Tage der Reise nach Norwegen im Jahre 1831 das Bild einer abendlichenStimmung am Wasser. Die nördliche Landscha… weiterlesen ›
1847 im Jahre einer schweren Erkrankung entstanden, erschafft der Marinemaler Wilhelm Krause aus der
Erinnerung an die angenehmen Tage der Reise nach Norwegen im Jahre 1831 das Bild einer abendlichen
Stimmung am Wasser. Die nördliche Landschaft ist in ein rötliches Licht getaucht, die Sonne scheint erst
vor wenigen Augenblicken links hinter den Bergen verschwunden zu sein.
Krause hatte Anfang der zwanziger Jahre in Dresden bereits in jungen Jahren die Möglichkeit, die
Gemälde J. Chr. Dahls zu studieren und so ist in Krauses nordischer Landschaft eine enge Verwandtschaft
zu den stimmungsgeladenen Arbeiten des Dänen festzustellen. Doch löst sich der jüngere viel mehr von
konkreten topographischen, geologischen und kultur-historischen Bezügen, als es Dahl je tat. Lediglich
durch die knappe Inschrift am unteren Bildrand verortet Krause diese Landschaft in Norwegen und auch
die Tätigkeit der Personen gibt wenig Aufschluss über eine kulturelle oder geschichtliche Bedeutung dieses
Ortes. Ferner legt er wenig Wert auf eine geologisch treue Wiedergabe des Gesteins – der Maler richtet die
gesamte Komposition einzig auf die Besonderheit im Ausdruck dieses Naturschauspiels aus.
Die sonderbare Wetterstimmung erreicht Krause einerseits durch die Inszenierung des Abendhimmels mit
den dramatisch bewegten, hoch aufgetürmten, in Schattierungen von Rot, Orange, Hellgelb und Violett
schimmernden Wolken über den bereits verschatteten Bergkegeln am hinteren Ufer des Fjords. Zum
anderen steigert er diese eigentümliche Wirkung zusätzlich durch das wohlüberlegt eingesetzte
Wechselspiel von Licht und Schatten.
Unten, vor dem Fischerboot, spiegelt sich auf der sanft bewegten Wasseroberfläche der letzte Abglanz des
vergangenen Tages und lenkt damit die Aufmerksamkeit auf die einfahrenden Fischer. Zugleich setzt
Krause damit einen deutlichen Kontrast zu der darüber liegenden Dunkelheit der verschatteten Oberfläche
des Sees in Richtung des gegenüberliegenden Ufers mit seinen finsteren Berghängen.
Die abendliche Stimmung, die uns Krause hier darbietet, soll nicht Sinnbild der Erschöpfung der Fischer
von den Mühen des Tages sein. Der Maler zeigt uns vielmehr eine von solcherlei Alltäglichkeit losgelöste,
beinahe unwirklich erscheinende, beseelte Landschaft, in der die Menschen zwar anwesend sind, ihre
Tätigkeit jedoch eine marginale Rolle einnimmt. Die dunkle Schroffheit der bergigen Landschaft, die
Bewegtheit des bewölkten Himmels, die Wandlung der Natur im vergehenden Tageslicht, die sich aus dem
Zwielicht ergebenden Farbeffekte erzeugen eine seltsam phantastische, nahezu traumhafte Atmosphäre.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Künstler
- Wilhelm August Krause
- Technik
- Öl
- Ausführung
- Öl auf Papier
- Jahr
- 1847
- Epoche
- Romantik
- Darstellung
- Landschaft
- Signatur
- unten rechts signiert und datiert: "W Krause. P. 1847", unten links bezeichnet: "Gyde Fjor" [sic]
- Provenienz
- Aus dem Besitz der Deutschen Kaiserin Augusta
Maße
- Werk
- 14 x 19,3 cm (Darstellung)
- Angabe
- 19 x 24 cm (Rahmengröße)
Zustand
Sehr guter, altersgerechter Zustand mit leichten Altersspuren. Leicht restauriert.
Wilhelm August Krause
Geboren am 27. Februar 1803 in Dessau, Unterricht bei C. W. Kolbe d. Ä., 1821 Stipendium der Malkunst an der Akademie in Dresden, 1824 erhält er durch Vermittlung Eduard Gärtners Beschäftigung im Atelier des Dekorationsund Dioramenmalers Karl Wilhelm Gropius in Berlin, 1825-30 Anstellung als Tenorsänger im Königsstädtischen Theater, 1827 Eintritt in das Atelier Karl Wilhelm Wachs, Studienreisen: 1830 Rügen, 1831 Norwegen, 1834 Holland, 1836 Belgien, Normandie, Frankreich, 1842 England, Schottland und später ans Mittelmeer, 1833 Mitglied der Akademie der Künste, 1846 Veröffentlichung des Bandes „Die Maler-Technik der Meister des fünfzehnten bis achtzehnten Jahrhunderts, wiederentdeckt von Professor Wilhelm Krause in Berlin. Nach dessen Mittheilungen zum ersten Mal dargestellt von L. B. Nebst einem Anhange: Ein Gang durch das Berliner Königliche Museum“ bei der Berliner Vereins-Buchhandlung, am 8. Januar 1864 stirbt Krause in Berlin.
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