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Mit seinen Ansichten und Studien von italienischen Küsten und den Inseln am Golf von Neapel, touristischen Traumzielen, die er selbst jährlich bereiste, ging Wielandt erkennbar einen anderen Weg als die französischen Künstler, welche Paris, die Provence, städtische Peripherien und ihren eigenen Garten zu Orten ästhetischer Innovationen machten. Auch folgte Wielandt nicht der im Kontext des Wilhelminismus mit neuen Implikationen versehenen Hinwendung zu einer deutschen 'Heimat', die nun vor aller Erfahrung großgeschrieben wurde. Vor Kritik von dieser Seite verwahrte ihn im Jahr 1900 Leopold von Pezold, der auf die Bewunderung für den Reichtum an Licht und Farbe in Wielandts Mittelmeerlandschaften die Gegenrede folgen lässt: \"'Aber es ist die Fremde, was hier gemalt ist, Koulisse und theatralischer Luxus, - man male uns doch die Heimath, man gebe uns statt dieser buntfarbigen Vedoute ein Stück Vaterland, man schaffe uns intime Landschaften!' Das sind Vorwürfe und Forderungen, die sich in neuester Zeit als patriotische Moral geben ([..])\". Zu Recht verweist Pezold auf die längst stattgefundenen Entdeckungen regionaler Schönheit, die dieses Argument obsolet werden lassen.

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Technik
Öl
Ausführung
Öl auf LeinwandPappe
Jahr
um 1895
Epoche
Realismus
Darstellung
Landschaft
Land
Italien
Signatur
Verso von fremder Hand bezeichnet: "Manuel Wielandt".

Maße

Werk
41,5 x 53,5 cm (Darstellung)
Angabe
51 x 63,5 cm (Rahmengröße)

Zustand

Guter Zustand. Restauriert, minimale Retuschen.

Manuel Wielandt

1863 – 1922·Deutschland·19. Jahrhundert
Der 1863 in Löwenstein geborene Wielandt galt als einer der besten Schüler des Karlsruher Landschaftsmalers Gustav Schönleber. Heute wieder hoch geschätzt, erlebte er den Zenit seines Erfolges bereits um 1900. Damals war er weit über München und seine badische Heimat hinaus in Ausstellungen vertreten, so in der Exposition Universelle des Beaux-Artes 1894 in Antwerpen. Er wurde national und international wahrgenommen und erhielt öffentliche Aufträge. Für Aufsehen sorgte er außerdem 1908 durch seine Wiederentdeckung der Tizian zugeschriebenen Imperatorenporträts in der Münchner Residenz. Später rückte er aus dem Fokus der Kunstwelt. Zu seinem Tod im Jahr 1922 war er kaum mehr öffentlich präsent. Er hinterließ zahlreiche Arbeiten, die einerseits zum als expressiv charakterisierten Spätwerk gezählt werden können, andererseits allerdings auch Studien für größere Ölgemälde, die stilistisch an seine früheren Werke anknüpfen.
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