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Es ist eine seelenvolle Szene dreier Geschwister in der Kinderstube auf einem kleinen Sofa beim gemeinsamen Lesen, die Hugo Bürkner hier präsentiert. Das Ältste liest den Jüngeren aus einem Buch auf ihrem Schoß vor. Die beiden kleineren Kinder schmiegen sich wohlig an den großen Bruder und lauschen der Geschichte. Die Darstellung ist eindrückliches Beispiel für die Sensibilität und Detailliebe des Dresdener Malers und Illustrators, der besonders für seine einfühlsamen Darstellungen von Kindern bekannt war.
Bürkner war Schüler des Hofmalers Heinrich Beck. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Ferdinand Sohn. Mit Eduard Bendemann und Julius Hübner, zwei wichtigen Vertretern der Düsseldorfer Malerschule, verband ihn eine inspirierende und gute Freundschaft. In Dresden wurde er Professor und Leiter der Holzschneidekunst an der Kunstakademie und hatte Kontakte zu Ludwig Richter. Gemeinsam mit Robert Reinick arbeitete er am Deutschen Jugendkalender 1847 und 1848 mit. Bürkner trug entscheidend zur Entwicklung des Holzschnitts in Deutschland bei. Die rund 11.000 von ihm herausgegebenen Holzschnitte zierten zahlreiche Kinder- und Jugendbücher.
Aus: Bilder aus dem Familienleben in vierzehn Original-Radierungen mit Texten von Franz Bonn, verlegt von Alphons Dürr, gedruckt bei Fr. Felsing München.

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Künstler
Hugo Bürkner
Technik
Radierung
Ausführung
Radierung auf Papier
Jahr
1860
Signatur
unten in der Druckplatte ligiert monogrammiert und datiert: "6HB0"

Maße

Werk
12,5 x 13,5 cm (Darstellung)
Platte
15,4 x 17,2 cm (Plattenmaß)
Angabe
Weitere Größen: Papier: 26,2 x 34 cm . 15,4 x 17,2 cm (Plattenmaß)

Zustand

Sehr guter Zustand. Vereinzelt sind blasse Stockflecken erkennbar. Die Darstellung ist stellenweise geringfügig berieben.

Hugo Bürkner

1818 – 1897·Deutschland·19. Jahrhundert

Deutscher Illustrator, Holzschneider und Radierer, geboren am 24. August 1818 in Dessau, gestorben am 17. Januar 1897 in Dresden. Zeichnen, Malen und Holzschneiden lernte er im Privatunterricht bei dem Dessauer Hofmaler Heinrich Beck. 1837 ging er nach Düsseldorf in das Atelier von Karl Ferdinand Sohn; dort schloss er Freundschaft mit Eduard Bendemann und Julius Hübner. Die Mitarbeit an den Illustrationen zu Athanasius Graf Raczynskis Geschichte der deutschen Kunst gab den Ausschlag, sich ganz der Illustration und dem Holzschnitt zu widmen. 1840 folgte er Bendemann und Hübner nach Dresden und schnitt dort 1840/41 nach deren Zeichnungen das Nibelungenlied, sein erstes bedeutendes Werk. Bei Anton Krüger ließ er sich zum Radierer ausbilden. 1846 wurde er erster Lehrer, 1855 Professor des neu gegründeten Dresdner Ateliers für Holzschneidekunst.

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