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Mit 36 Jahren starb der englische Dichter Lord Byron, 1824 in Griechenland infolge einer schweren Erkältung. Seine ruhelose Suche nach dem Sinn des Lebens meinte er im griechischen Freiheitskampf finden zu können. Mit Jubel hießen ihn die Griechen als rettenden Engel willkommen. Doch keine vier Monate später war es ein Fieberanfall, der ihm den Tod brachte. 
Auf den weißen Laken einer Totenbahre sehen wir den Kopf des Leichnams liegen. Seine Haut ist glatt, sein volles Haar engelslockengleich und seine Augen ruhen geschlossen. Um es mit der Poesie Byrons wiederzugeben: „Als ginge er in Schönheit“. Auch der Maler Joseph-Denis Odevaere zeigte den Toten als schönen Jüngling mit makellosem Körper und strahlendem Teint (Abb. unten). Wie ein gefallener antiker Held liegt er aufgebahrt unter dem Fenster, das in den leuchtenden Himmel Griechenlands führt.
Der Tod, der sich unter der Schönheit verbirgt, fand in der Kunst des 19. Jahrhunderts viele Ausprägungen. Man denke an die zahlreichen Interpretationen von Shakespeares Ophelia oder Delaroches Gemälde der verstorbenen Louise. Der Ästhetisierung des Todes kommt in der Romantik eine kompensatorische Funktion zu. Sie begegnet dem romantischen Unbehagen und mildert den Schrecken. Die Darstellung der konstant verfügbaren, unveränderlichen Schönheit der Jünglingsleiche bannt den Gedanken an Auflösung und Verfall. (Text: Anna Toepffer)

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Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Künstler
Unbekannt
Technik
Bleistift
Ausführung
Bleistift auf Papier
Jahr
nach 1824
Epoche
Romantik
Darstellung
Personen
Signatur
Unten rechts eigenhändig bezeichnet: "Lord Byron Misso Lungi. Tu dors, chantre divin, du sommeil éternel; Mais la postérité te proclame immortel. / Taken by a Greek artist 3 hours after his decease.".

Maße

Werk
24,2 cm x 35,3 cm

Zustand

Guter Zustand. Im Rand leicht gebräunt, unten mittig im Rand ein kleiner, restaurierter Einriss, rückseitig leichte Bereibungen. Leichter Knick oben links in der Ecke.

Zu sehen in Gezeichnete Kunst 21

Unbekannt

Deutschland·19. Jahrhundert
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