Nach dem Sturm
»Nach dem Sturm« ist ein Werk von Theodor Her, ausgeführt als Öl auf Karton und misst 26 x 17,6 cm (Darstellung).
Der aus der oberschwäbischen Provinz stammende Theodor Her machte sich besonders als Maler von Stimmungslandschaften mit Genreelementen einen Namen, der wohl besonders mit seinem späteren Lebensmittelpunkt München verknüpft ist. Nach erfolg… weiterlesen ›
Der aus der oberschwäbischen Provinz stammende Theodor Her machte sich besonders als Maler von Stimmungslandschaften mit Genreelementen einen Namen, der wohl besonders mit seinem späteren Lebensmittelpunkt München verknüpft ist. Nach erfolgter künstlerischer Grundausbildung an der Stuttgarter Kunstschule suchte er zunächst die Ferne und ging 1868 nach Paris. Dort lebte er zwei Jahre in großstädtischer Urbanität, bevor er sich 1870 an der Akademie der Bildenden Künste in München einschrieb und sich der Genremalerei unter dem Lehrer Arthur von Ramberg (18191875) widmete. Seine häufig das Leben und die Landschaft vor den Toren der Stadt widerspiegelnden Bilder verraten ein inniges Studium der Natur und der atmosphärischen Phänomene von Licht und Luft bei ausgiebigen Spaziergängen im Umland.
Nicht zuletzt auch die Auswirkungen des Wetters, wie der in diesem Bild noch nachklingende Regen, der sich in Pfützen auf dem Fahrweg und den dunklen Wolkenschwaden äußert, beobachtete der Künstler genau. Die pastosen Pinselstriche in teils nahezu schwimmenden Bewegungen vermitteln den Zustand nassfeuchten Laubes und aufgeweichter Erde, die Her hier auf einem Weg nahe eines Dorfes festgehalten hat. Die hell von der Sonne erleuchteten Wolken am Horizont sowie der gelegentliche Blick auf freundliches Himmelblau entschärfen die drückende Stimmung des Bildvordergrundes und lassen den Betrachter die frische, vom Unwetter gereinigte Luft erahnen. Die aufklarende Witterung, die hier greifbar dargestellt und beinahe mit allen Sinnen zu erfahren ist, hat auch die in Rückenansicht gezeigte Figur wieder zur Verrichtung ihrer Arbeit ins Freie gerufen. Auch die Betriebsamkeit der Landbevölkerung beobachtete Her aufmerksam und streute entsprechende Figuren in seine Landschaftsbilder ein, ohne dabei jedoch den gleichen Drang zur pointierten Romantisierung zu zeigen wie sein Lehrer von Ramberg. Vielmehr vermittelt auch hier die gezeigte Figur den Eindruck der Szenerie auf die menschliche Natur und verleiht dem Betrachter die Fähigkeit, sich leicht selbst auf den aufgeweichten Weg an diesem verregneten Tage hineinzudenken.
|bo
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
Maße
- Werk
- 26 x 17,6 cm (Darstellung)
Zustand
Sehr guter restaurierter Zustand.
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