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Diese Zeichnung von Fritz Erler zeugt von einem empfindsamen Künstler, der Melancholie und Anmut zu
verbinden vermag. Anders als die dem Jugendstil zuzurechnenden frühen Wandbilder und Gemälde der Zeit
bis etwa 1914, geht es in dieser Zeichnung nicht um Stilisierung und Flächigkeit, sondern um emotionales
Nachspüren und Ergründen. Mit den großformatigen und häufig theatralisch inszenierten Arbeiten der späteren
Zeit hat das Blatt ebenfalls wenig gemein. Möglicherweise ist seine Entstehung in jene Zeit anzusetzen,
in der Erler sich häufig in Holzhausen am Ammersee aufhielt. In den 1910er Jahren war er dort anzutreffen.
In dieser Zeit beschäftigte er sich wiederholt mit Themen und Personen aus dem ländlichen Umfeld.
Von den ersten Illustrationen für die Zeitschrift „Jugend“ über erste Gesamtkunstwerke wie die Gestaltung
des Musikzimmers der Villa Neisser in Breslau, von der Gründung der Künstlervereinigung „Die Scholle“
bis zu den Kriegsbildern des Ersten Weltkrieges: Erlers Kunst umspannt viele Bereich und Formen. Bei
diesem Umfang und dem hohen Grad an Stilisierung in seinen Arbeiten ist die vorliegende Zeichnung ein
wunderbarer Ausdruck spontaner Künstlerbegeisterung. Wie hingehaucht erscheinen die dünnen und sanften
Bleistiftstriche auf dem rötlichen Papier. Ganz vorsichtig umreißt er die Konturen des Gesichts und füllt
behutsam die Schatten mit einer breiten Schraffur. Auch wenn er in der rückseitigen Aufschrift großen Wert
auf den Reiz des Farbzusammenklangs legt, so ist doch gerade die Konzentration auf den bloßen Strich
bestens geeignet, die emotionale Einfühlung zu vermitteln.

Über den Künstler

Fritz Erler (1868 Frankenstein/Schlesien - München 1940), 1885-88 Ausbildung an der Kunst- und Gewerbeschule Breslau, 1887 und 1888 Studienreisen nach Rügen und Italien, ab 1889 Studium an der Akademie in Berlin, Weimar und München, bis 1894 Studium in Paris und Reisen in die Bretagne, 1894 tätig in München, schafft Illustrationen und Titelblätter für Zeitschriften und Bücher, 1899 Mitbegründer der Künstlervereinigung Scholle, ab 1906 auch als Monumental- und Freskomaler tätig, sein Frühwerk prägte den deutschen Jugendstil mit romantischen Motiven

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Künstler
Fritz Erler
Technik
Bleistift
Ausführung
Bleistift auf Papier
Epoche
Realismus
Darstellung
Porträt
Signatur
unten links signiert: "Fritz Erler", verso bezeichnet: "Sonntags gezeichnet, beim Kartoffelschälen in (...). der Haubenrand ultramarin blau, schön kontrastierend zu dem tiefen (...) Braun des Gesichts u. der gelben Bordüren d. Brust (...)"

Maße

Werk
30,4 x 23,4 cm (Darstellung)

Zustand

Insgesamt gut, am oberen Rand in der Mitte mit kleinem, professionel restauriertem Loch und am oberen rechten Rand kleine Ergänzte Fehlstelle.

Zu sehen in München leuchtete

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