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Hoch in den Bergen der Campagna Romana liegt die Stadt Tivoli, deren Lage durch steile Felsen und den Fluss Aniene bestimmt ist, der sich in imposanten Kaskaden über die Kanten des Gesteins bricht. Spätestens mit der Errichtung der Villenanlage durch Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert n. Chr. erhielt Tivoli den Charakter einer Sommerresidenz und eines Erholungsortes. Auf dem Berg, in auffallend pittoresker Lage, befindet sich der Tempelbezirk der Stadt. Die natürlichen Terrassen wurden hier zusätzlich befestigt und mit mehreren Tempeln zu einer Akropolis ausgebaut. Der Rundtempel der Vesta, ein Tholos mit geschlossener - peripteraler - Cella, sticht dabei in seiner Bauform und Lage besonders hervor. Die harmonische Geometrie findet selbst in dem unterbrochenen, nur teilweise erhaltenen Säulenumgang einen gelungenen Ausdruck. Eine noch zusammen hängende Reihe von zehn korinthischen Säulen steht in Richtung der Anio-Schlucht und bietet dem über den Abgrund blickenden Reisenden einen eindrucksvollen Anblick. Aber auch aus größerer Nähe, vom südlichen Serpentinenweg, offenbart sich eine betrachtenswerte Perspektive. Wo die kannelierten Säulen nicht mehr die Cella umstehen, tritt der mächtige Umriss der Türlaibung in hellem Travertin vor dem rötlichen Ziegelmauerwerk hervor. Durch diese Öffnung gelingt der Durchblick in den Innenraum und staffelt die Sichtachse damit zu noch stärkerer Tiefe: Felsterrasse, Säulenumgang, äußere, dann innere Cellawand und schließlich die Flucht des Blickes in die Ferne zu den Hängen der Berge lassen einen spektakulären Eindruck entstehen, der nicht zuletzt italienreisende Romantiker zu herrlichen Veduten inspirierte

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Technik
Kork
Ausführung
Kork
Jahr
2016
Epoche
Moderne
Darstellung
Architektur
Land
Italien
Signatur
auf der Unterseite signiert, bezeichnet und datiert

Zustand

Hervorragender Zustand.

Dieter Cöllen

1953 – 2024·Deutschland·20. Jahrhundert
Der gebürtige Kölner ist ausgebildeter Bauzeichner und hat in verschiedenen Architekturbüros Erfahrungen gesammelt, bis er 1985 ein eigenes Atelier für Architekturmodellbau gründete. Bald beschäftigte ihn die fast vergessene Kunst des Korkmodellbaus. Die Phelloplastik kam erstmals im 18. Jahrhundert in Italien auf und hatte von Beginn an die Ausformung detailgetreuer Nachbildungen von meist antiken Architekturen zum Inhalt. Die aufwendigen Korkmodelle galten bis ins 19. Jahrhundert als Statussymbole des höfischen Adels. Gerne wurden sie auch aus Reisen nach Italien mitgebracht und sowohl zu Studienzwecken als auch als Kunstobjekte geschätzt. Cöllen eignete sich diese komplexe Technik an und galt bis zu seinem Tod im Jahr 2024 als einziger praktizierender Künstler dieser Disziplin in Europa. Zahlreiche seiner Korkmodelle finden sich in internationalen Museumssammlungen, die er darüber hinaus in konservatorischen Fragen beriet.
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