Vorzeichnung zu Reisen eines Deutschen in Italien
»Vorzeichnung zu Reisen eines Deutschen in Italien« ist ein Werk von Peter Ludwig Lütke aus dem Jahr 1791, ausgeführt als Lavierte Federzeichnung auf Papier.
In der mannigfaltigen Vita Karl Philipp Moritz' nimmt sein Reisebericht Reisen eines Deutschen in Italien eine herausgehobene Stellung ein und gehört zu den wichtigsten Texten seiner Art in Deutschland. Der gelernte Hutmacher, nachmals Scha… weiterlesen ›
In der mannigfaltigen Vita Karl Philipp Moritz' nimmt sein Reisebericht Reisen eines Deutschen in Italien eine herausgehobene Stellung ein und gehört zu den wichtigsten Texten seiner Art in Deutschland. Der gelernte Hutmacher, nachmals Schauspieler und Universalgelehrte der Aufklärung verfasste neben philosophischen Texten und Reiseberichten eine große Zahl theoretischer Schriften sowie Lehr- und Kinderbücher. Zeitgleich zu Goethe hielt Moritz sich 1786 bis 1788 in Italien auf und machte die Bekanntschaft des großen Dichters in Rom. Ebenso wie Goethe in der Italienischen Reise, schrieb auch Moritz über die Eindrücke seines Aufenthaltes und gab die lebendigen Schilderungen zwischen 1792 und 1793 in drei Bänden heraus. Die Aufgabe, das Werk mit ergänzenden Darstellungen zu bebildern fiel dem Landschaftsmaler und Radierer Peter Ludwig Lütke zu, dessen Entwürfe für die kleinformatigen Druckgrafiken hier zu sehen sind. Seit 1789 war er als Professor an der Akademie der Künste in Berlin tätig. Als Schüler des Klassizisten Jakob Philipp Hackert (1737-1807) legte er besonderen Wert auf die Detailtreue seiner Darstellungen. Selbst in den miniaturisierten Frontispizen sind feinste architektonische Details zu erkennen. Darüber hinaus lassen sich in den Zeichnungen haarfein gezeichnete Figuren entdecken, die den Darstellungen eine szenische Prägung verleihen, an deren intimem Spiel Lütke uns teilnehmen lässt. Vor den mächtigen Säulen des Saturntempels auf dem Forum Romanum rasten zwei Viehhirten mit ihren Tieren und selbst in der darunter befindlichen, nochmals stärker miniaturisierten Darstellung des Tempels der Vesta in Tivoli sind die Silhouetten zweier Gestalten zu erahnen. Vor den drei Säulen des Macellums in Pozzuoli unterhalten sich zwei Italienreisende mit Gehrock, Hut und Zeichenbrett, bei denen man ein fiktives Zusammentreffen Goethes mit Moritz zu erkennen vermeint. Besonders bemerkenswert ist nicht zuletzt die Ansicht des Isistempels von Pompeji, den Lütke durch einige Besucher und Altertumsforscher belebt. Als der Künstler die Stadt am Vesuv gegen Ende des Jahrhunderts aufsuchte, waren die Ausgrabungen der verschütteten Stadt bereits seit 1748 mit gelegentlichen Unterbrechungen im Gange und schon längst auch für Besucher geöffnet. Im kleinen Medaillon zeigt Lütke Pompejis Schicksalsberg, den ausbrechenden Vesuv, der nur ein Jahr nach Erscheinen von Moritz' Reisebericht erneut eine gewaltige Eruption erleben sollte.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Federzeichnung
- Ausführung
- Lavierte Federzeichnung auf Papier
- Jahr
- 1791
- Epoche
- Klassizismus
- Darstellung
- Architektur
- Land
- Italien
- Signatur
- Links unten signiert: "Lütke jun: del."
- Provenienz
- Auktion Karbstein (Februar 2004), Los Nr. 59.;
Weitere Angaben
- Provenienz
- Auktion Karbstein (Februar 2004), Los Nr. 59.
Zustand
Sehr guter Zustand. Entlang der Kanten stellenweise mininmal verfärbt. Unten rechts kleine Bereibung. Die Darstellung macht einen tadellosen Eindruck.
Peter Ludwig Lütke
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