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Dank der Aufzeichnungen eines Pilgers des 8. Jahrhunderts ist die vollständige Inschrift des zerstörten, dem Vespasian geweihten Tempels bekannt. Zuvor lange als Tempel des Jupiter Tonans bezeichnet, lässt sich durch die Inschrift "[Divo Vespasiano Augusto S.P.Q.R. IMPP. CAESS. Severus et Antoninus Pii Felices AUGG. R]estituer" auch die Zeit der Errichtung um 79 n. Chr. eingrenzen. Kaiser Titus ließ das Bauwerk für seinen zum Gott erhobenen Vater Vespasian errichten und wird in einer anderen Quelle ebenfalls als Weihepatron genannt. Erst unter dessen Nachfolger, seinem Bruder Domitian, wurde der Tempel fertiggestellt, der laut Inschrift schon zur Zeit des Septimius Severus im 2. Jahrhundert n. Chr. restauriert werden musste. Am nordwestlichsten Teil des Forum Romanum und
fast unmittelbar an den mächtigen Grundmauern des Senatorenpalastes auf dem Kapitol stehend, waren die drei markanten Säulen bis 1811 noch weitestgehend im Erdboden verborgen. Erst durch die vollständige Freilegung unter Giuseppe Valadier kann wieder die harmonische Proportion des Bauwerks betrachtet werden, das einer korinthischen Säulenordnung folgt. Die schlanken Säulen tragen ein Gebälk, das an der Seitenfront einen Fries mit Opferwerkzeugen zeigt. Mit außerordentlichem Sinn für fein ausgeführte Details sind auf dem, etwa in 15 m Höhe verlaufenden Fries Spendenkanne, Opfermesser, Fackel, Beil, Spendenschale, Schöpfkelle, Priesterkappe und geschmückte Stierschädel zu sehen, deren kleinteilige Ausführung auch im Modell Dieter Cöllens aufwendig nachempfunden wurde.

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Ausführung
Korkmodell, Maßstab 1:50
Jahr
2018
Darstellung
Architektur
Signatur
Auf der auf der Unterseite der Trägerplatte signiert

Maße

Werk
52 x 26 x 26 cm (Darstellung)

Zustand

Sehr guter Zustand, in originaler Holzkiste

Zu sehen in Korkmodelle

Dieter Cöllen

1953 – 2024·Deutschland·20. Jahrhundert
Der gebürtige Kölner ist ausgebildeter Bauzeichner und hat in verschiedenen Architekturbüros Erfahrungen gesammelt, bis er 1985 ein eigenes Atelier für Architekturmodellbau gründete. Bald beschäftigte ihn die fast vergessene Kunst des Korkmodellbaus. Die Phelloplastik kam erstmals im 18. Jahrhundert in Italien auf und hatte von Beginn an die Ausformung detailgetreuer Nachbildungen von meist antiken Architekturen zum Inhalt. Die aufwendigen Korkmodelle galten bis ins 19. Jahrhundert als Statussymbole des höfischen Adels. Gerne wurden sie auch aus Reisen nach Italien mitgebracht und sowohl zu Studienzwecken als auch als Kunstobjekte geschätzt. Cöllen eignete sich diese komplexe Technik an und galt bis zu seinem Tod im Jahr 2024 als einziger praktizierender Künstler dieser Disziplin in Europa. Zahlreiche seiner Korkmodelle finden sich in internationalen Museumssammlungen, die er darüber hinaus in konservatorischen Fragen beriet.
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