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Was hier zu sehen ist, scheint eine typische Bilderfindung Eugen Napoleon Neureuthers zu sein. Der Künstler war vor allem als Illustrator tätig und wurde durch seine mit Arabesken und genuinen Randeinfälle bevölkerten Illustrationen zu den Werken Goethes und anderer Literaten berühmt. Diese Radierung sollte das Titelblatt der Sammelmappe des "Radir Club München" zieren und zeigt eine fantastische Komposition aus Künstlerporträts und Genreszene. Die hier auch allesamt mit Namensbanderolen benannten Münchner Künstler sind um einen Weihnachtsbaum geschart, den sie mit allerhand Spielzeug und Geschenken schmücken. Der für Neureuther typische und beinahe zu erwartende Clou der Szene findet sich am unteren Bildrand. Denn die Personen stehen nicht einfach neben dem Baume, sondern wachsen selbst aus den Blüten arabesk verschlungener Pflanzen heraus. Als Künstler miteinander verbunden, arbeiten sie alle am Gelingen des gemeinsamen Werkes, das hoch in den Ästen den Titel „Radirungen von“ trägt und mit seiner unvollendeten Formulierung auf amüsante Weise auf die Namensbanderolen der Fleißigen verweist. |bo

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Technik
Radierung
Ausführung
Radierung auf aufgewalztem Chinapapier
Jahr
1843
Epoche
Romantik
Signatur
unten links in der Druckplatte signiert: "EN", mittig datiert: "1843", Unterhalb der Darstellung mittig Blindstempel: "Radir Club München"

Maße

Werk
13,8 x 17,8 cm (Darstellung)
Platte
14,8 x 18,5 cm (Plattenmaß)
Angabe
Weitere Größen: Papier: 24,4 x 33,2 cm . 14,8 x 18,5 cm (Plattenmaß)

Zustand

Sehr guter Zustand.

Zu sehen in Finderglück 16

Eugen Napoleon Neureuther

1806 – 1882·Deutschland·19. Jahrhundert

Geboren am 13. Januar 1806 in München als Sohn des Malers Ludwig Neureuther, ab 1823 an der Münchner Akademie als Schüler von Wilhelm von Kobell, 1830 in Paris und 1838 in Rom, durch Peter von Cornelius beauftrag übernahm Neureuther die Dekorationsarbeiten in der Münchner Glyptothek, 1848 Lehrer an der königlichen Porzellanmanufaktur Nymphenburg, 1868-1877 Professor an der königlichen kunstgewerbeschule, verstorben am 23. März 1882. Eugen Neureuther ist besonders durch seine Illustrationen und durch seine Wiederbelebung der Arabeske in der Kunst des 19. Jahrhunderts verankert.

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