Ansicht einer hohen Mauer mit spitzbogiger Arkade hinter einer offenbar eingestürzten Steinmauer. Die äusseren Umstände hätten für den sensiblen Maler Karl Wolf (19011993) kaum widriger sein können. Schon die Jugendjahre überschattete der Erste Weltkrieg. Der frühen Neigung zur künstlerischen Tätigkeit und dem Wunsch sich an der Münchner Kunstakademie, die sich unweit des Elternhauses befindet, einzuschreiben, widersprach die väterliche Authorität. Erst nach dem erfolglosen Versuch, Land und Forstwirtschaft zu studieren, durfte er sich an der Akademie einschreiben. Sein Lehrer, der nun gealterte Malerfürst Franz von Stuck, zählte ihn zu seinen bevorzugten Schülern. Neben der Lehre in dessen Malklasse bildete der gelehrige Karl Wolf sich in zahlreichen weiteren Disziplinen wie der Kunstgeschichte und den anatomischen Wissenschaften. In der Zeit zwischen den Kriegen stellte Karl Wolf erstmalig seine Werke öffentlich aus und erhielt einige Aufmerksamkeit. Da seine Werke nie der politischen Ideologie der nationalsozialistischen Partei folgten, wurde er bald von anderen verdrängt. Seine Naturbeobachtungen sind schlicht, nicht heroisch, genügsam statt monumental und friedvoll statt kriegerisch. Obwohl der junge Künstler vom Kriegsdienst verschont wurde, entkam er dem Krieg in München nicht. 1944 wurde das Haus der Familie von Bomben getroffen. Sie wurde in den Chiemgau evakuiert und auf den Höfen dortiger Bauernfamilien untergebracht. Bis 1953 lebte er in der Gegend von Trostberg und studierte die Natur. Erst dann zog er wieder nach München zurück, wo er bis zu seinem Tod als Künstler tätig war.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung:
H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Ausführung
- Aquarell auf Papier
- Jahr
- 1931
- Signatur
- links unten monogrammiert: "CW", darunter datiert: "[19]31 3",verso in brauner Tusche bezeichnet: "Karl Wolf München alte Logenmauer"
- Provenienz
- Gesammelte Graphik von Dr. F.W. Denzel, München
Maße
- Werk
- 33,7 x 23,4 cm (Darstellung)
Zustand
Sehr guter Zustand. Entlang der seitlichen Blattkanten sind mittig leichte Knitterspuren sichtbar. Die Blattecken sind schwach bestoßen. Die linke obere Blattecke weist mehrfache kurze Randeinrisse auf. Rechts unten befindet sich ein weiterer kleiner Ri