Von Civitella nach Olevano
»Von Civitella nach Olevano« ist ein Werk von Otto Wagner aus dem Jahr um 1831, ausgeführt als Aquarell über Federzeichnung auf Papier und misst 23,4 cm x 35,1 cm.
An der Akademie in Dresden unter Johann Gottfried Jentzsch ausgebildet, machte sich Otto Wagner vor allem als Maler romantischer Ansichten seiner Heimatregion einen Namen, die er unter anderem als Vorlagen für umfangreiche Stichreihen ferti… weiterlesen ›
An der Akademie in Dresden unter Johann Gottfried Jentzsch ausgebildet, machte sich Otto Wagner vor allem als Maler romantischer Ansichten seiner Heimatregion einen Namen, die er unter anderem als Vorlagen für umfangreiche Stichreihen fertigte. Später betätigte er sich zudem als Szenenmaler am Königlichen Hoftheater in Dresden. In den Jahren 1830/31 begab er sich auf eine längere Studienreise nach Italien, von der er auch unser Aquarell mitbrachte. Auf dem Weg von Civitella nach Olevano zeigt das Werk die Reiseroute unseres Künstlers in Richtung des bereits Anfang des 19. Jahrhunderts von deutschen Künstlern angepilgerten Ortes in der Campagna Romana. Am zerklüfteten Fels führt der schmale Pfad entlang des imposanten Abgrundes, bei dem man nur vermuten kann, wie es den reisenden Künstler gleichermaßen vor Furcht und Ehrfurcht geschwindelt haben muss. In südlicher Richtung gehend müssen sich dem Wanderer nicht erst seit Civitella Tag für Tag die beeindruckendsten Ausblicke eröffnet haben, sodass man sich mühelos in selbigen hineinversetzen kann, wenn man ihn sich staunend und unentwegt zeichnend vorstellen mag. Unser Aquarell, das aufgrund seiner Farbgebung wohl an einem hochsommerlichen Abend entstanden sein könnte, ruft pures Entzücken über die offene Weite der italienischen Hügellandschaft hervor. Im Bild staffeln sich ein, für die Skizze, sehr detaillierter, nahsichtiger Vordergrund und ein fast unendlich weite Ferne darstellender Hintergrund, abrupt getrennt lediglich durch die Kante des zu bewandernden Weges. Mit zarten Pinselstrichen gestaltet Wagner die nahen und fernen Hügelketten und setzt nur im Vordergrund die vergleichsweise harte Kontur der Feder ein. Es entsteht ein faszinierend vielschichtiger Ausblick eines Reisenden, der nicht aufhören kann über die ihn umgebenden Natur zu staunen. (Text: Benedikt Ockenfels)
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell über Federzeichnung auf Papier
- Jahr
- um 1831
- Epoche
- Romantik
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Italien
- Signatur
- Verso eigenhändig bezeichnet: "Von Civitella nach Olevano". Verso weitere Beschriftungen: "Otto Wagner".
- Provenienz
- Georg Denzel (1873 München - 1959 München) F. Wilhelm Denzel, 20. Jahrhundert
Maße
- Werk
- 23,4 cm x 35,1 cm
Weitere Angaben
- Stempel
- Verso Sammlerstempel, Georg und Dr. F. Wilhelm Denzel. München. 20. Jahrhundert, 19. Jahrhundert
- Provenienz
- – Georg Denzel (1873 München - 1959 München) – F. Wilhelm Denzel (20. Jahrhundert)
Zustand
Guter Zustand. Das Papier minimal knittrig, rückseitig an den oberen Ecken Reste einer alten Montierung.
Otto Wagner
Der Vater Otto Wagners war ein seinerzeit hochgeschätzter Wasserbauingenieur, den die berufliche Entwicklung 1815 nach Dresden führte. Dort erhielt Otto, dessen künstlerische Begabung bald entdeckt wurde, Unterricht bei Johann Gottfried Jentzsch, einem Porzellanmaler in Meißen, der später als Hoftheatermaler in Dresden tätig war. 1817 wurde Jentzsch zum Lehrer für architektonisches Zeichen an der Industrie- und Bauschule der Dresdner Kunstakademie ernannt. Als er 1826 starb, übernahm Wagner seine Vorlesungen an der Akademie. Das bescheidene aber regelmäßige Einkommen, das daraus resultierte, erlaubte dem Künstler bald, einige Reisen zu unternehmen. Er ging in den Schwarzwald, nach Bayern, in die Schweiz und selbstverständlich nach Italien, womit sein Traum von der Studienreise in Erfüllung ging. Zurück in Dresden widmete er sich intensiv der Dekorationsmalerei, allem voran für das königliche Hoftheater, das in den Jahren 1838 bis 1841 von Gottfried Semper errichtet wurde. Dies führte zu einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Baumeister.
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