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Auf den Italienreisen europäischer Künstler und Gelehrter sowie den Kavalierstouren des Adels gehörte Pompeji seit der Mitte des 18. Jahrhunderts zu einem obligatorischen Reiseziel. Nirgends war das Leben der Antike sowie Architektur und Kunstschätze aus der Zeit des Römischen Reiches so lebendig zu studieren wie in Pompeji. Die antike Stadt war im Jahre 79 n.Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs verschüttet und erst 1748 wiederentdeckt worden. Zunächst von eher räuberischen Antikensammlern heimgesucht, wurde die Stadt erst nach dem beherzten Eingreifen Johann Joachim Winckelmanns (1717-1768) mit den Ansprüchen der jungen Archäologie und Kunstwissenschaft erfasst und systematisch ergraben. Eine tatsächlich methodische Ausgrabung im modernen Sinne wurde erst im 19. Jahrhundert eingeführt. Bis Giuseppe Fiorelli (1823-1896) die Grabungsleitung übernahm, wurden Kunstschätze und sogar Wandmalereien teils grob entfernt, um sie in Museen und Königlichen Sammlungen auszustellen.1

 


Nur durch die Aufnahme der Wandmalereien durch reisende Künstler und Architekten ist bis heute der Gesamtzusammenhang erkennbar und die Gestalt der aufwendigen Wanddekorationen erhalten. Auch der französische Architekt und frühe Vertreter des Historismus Jacques Félix Duban machte, nachdem er im Alter von 26 Jahren das Stipendium Prix de Rome der Académie Royale de Peinture et de Sculpture zum Aufenthalt in der Villa Medici in Rom erhalten hatte, Ausflüge nach Kampanien, um die Architektur und Malerei Pompejis zu studieren. Die Zeichnung einer Wand in der Casa di Championnet befindet sich in der Ecole des Beaux-Arts in Paris.

 


Der Ausschnitt eines kandelaberförmige Ornaments über schwarzem Grund wird in Wilhelm Zahns Tafelwerk zur Pompejanischen Wandmalerei aufgeführt, leider jedoch nicht näher verortet. Die Wände der Casa dei Vettii, dem Wohnhaus einer Kaufmannsfamilie, sind durch ähnliche arabeske und schwarzgründige Dekorationen in schmalen vertikalen Streifen verziert.2 Jedoch ist diese Art des Zier- und Rahmenwerkes in der Wandmalerei vieler Häuser Pompejis zu finden, sodass in der klassischen Aufteilung der Stile römischer Wandmalerei die Kandelaber sogar Namensgeber für eine Untergruppe des Ornamentalen Stils wurden.

 

 

 


1??Kraus 1977, S. 12f.

 

2??Zahn 1828/29, S. 35. D'Amelio 1899.

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Künstler
Jacques Félix Duban
Technik
Aquarell
Ausführung
Aquarell auf Papier, Wasserzeichen: J. Whatman
Jahr
um 1826
Darstellung
Architektur

Maße

Werk
30,6 x 23,8 cm (Darstellung)

Zustand

Guter Zustand. Auf dem Blattrand fleckig und stellenweise geringfügig verschmutzt. Die oberen Ecken sind geknickt und bestoßen. Entlang der linken Blattkante befinden sich einige restaurierte Randeinrisse. Unten mittig befindet sich ein weiterer restau

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