Porträt des Karlsruher Hofmalers Feodor Iwanowitsch Kalmück (1763-1832)
»Porträt des Karlsruher Hofmalers Feodor Iwanowitsch Kalmück (1763-1832)« ist ein Werk von Karl Joseph Brodtmann aus dem Jahr 19. Jh., ausgeführt als Lithographie auf Papier und misst 16,5 x 13,3 cm (Darstellung).
Wer war Feodor Iwanowitsch Kalmück? Nach links gewandt, den Kopf ein wenig nach oben geneigt schaut uns der Porträtierte unmittelbar aus einer leicht erhöhten Position an. Die hohen Wangenknochen und der volle Mund charakterisieren seine ex… weiterlesen ›
Wer war Feodor Iwanowitsch Kalmück? Nach links gewandt, den Kopf ein wenig nach oben geneigt schaut uns der Porträtierte unmittelbar aus einer leicht erhöhten Position an. Die hohen Wangenknochen und der volle Mund charakterisieren seine exotischen Gesichtszüge. Doch verbirgt sich da im schiefen Blick unter den schweren Augenlidern vielleicht eine gewisse Skepsis, gar Unsicherheit? Nicht nur seine Gesichtszüge, auch sein Kleidungsstil müssen zu seiner Zeit viel Aufmerksamkeit erregt haben. Zu einem Mantel im westlichen Stil mit weißem Hemd und hohem Kragen kombiniert er eine russisch anmutende Mützentracht mit Pelzbesatz. "Halb kalmückisch, halb deutsch", so wurde Kalmück zu Lebzeiten wahrgenommen. Heute teils in Vergessenheit geraten, war er zu seiner Zeit ein gefeierter Künstler mit abenteuerlichem Lebenslauf. Als Nomadenkind aus der russischen Steppe verschleppt und von der Zarin Katharina der Großen an die deutsche Verwandtschaft verschenkt, landete er als Page am badischen Hof. Man erkannte sein zeichnerisches Talent und schickte ihn zur Kunstakademie. In Rom wurde er zu einem Mittelpunkt der deutschen Künstlerkolonie und durch seine Werke weithin berühmt. 1806 ernannte ihn der Großherzog Karl Friedrich zum Hofmaler. Doch der Künstler scheint nicht mit jedermann Freund gewesen zu sein. So schrieb Goethe, der ihm 1815 begegnete, Kalmück sei ein mit vielem Talent begabter Mann, der jedoch ins Naturalienkabinett gehöre und zwar ausgestopft. Wohin Kalmück gehöre, schien seine Zeitgenossen offensichtlich zu beschäftigen. Das vorliegende Selbstbildnis war gewiss ein Versuch, die Identität der eigenen Person greifbarer zu machen. |at
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Künstler
- Karl Joseph Brodtmann
- Technik
- Lithographie
- Ausführung
- Lithographie auf Papier
- Jahr
- 19. Jh.
- Epoche
- Romantik
- Darstellung
- Künstlerdarstellung
- Signatur
- Unterhalb der Darstellung im Stein bezeichnet: "Feodor Jwanowitsch"
Maße
- Werk
- 16,5 x 13,3 cm (Darstellung)
- Angabe
- Weitere Größen: Papier: 33,3 x 23,6 cm
Zustand
Tadelloser Zustand.
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