Steigendes Pferd
»Steigendes Pferd« ist ein Werk von Daniel Nikolaus Chodowiecki aus dem Jahr um 1760, ausgeführt als Kreide auf Papier und misst Papier: 28.8 cm x 21.0 cm, Darstellung: 23.3 cm x 18.2 cm.
Daniel Chodowiecki zeichnete viel und oft nach dem Leben, bevorzugt mit Graphitstift in kleinem Format, die Motive meist figürlicher Natur. Insofern ist das vorliegende Blatt auf den ersten Anschein ungewöhnlich. Doch finden sich in Motiv, … weiterlesen ›
Daniel Chodowiecki zeichnete viel und oft nach dem Leben, bevorzugt mit Graphitstift in kleinem Format, die Motive meist figürlicher Natur. Insofern ist das vorliegende Blatt auf den ersten Anschein ungewöhnlich. Doch finden sich in Motiv, Format und Technik Anknüpfungspunkte im Œuvre des Künstlers, die die Signatur - oder alte Beischrift? - unseres Blattes bestätigen. Pferde sind in den Gemälden und Radierungen Chodowieckis oft etwas stilisiert, doch es gibt auch dynamischere Darstellungen, wie etwa das Pferd auf einer radierten Schlachtendarstellung von 1776 (Abb.). Mit Ausnahme des rückwärtsgewandten Kopfes stimmt seine Haltung im Gegensinn mit dem hier gezeichneten Pferd überein, und es ist gut denkbar, dass die Radierung auf die vorliegende Studie zurückgreift. \"Ich habe stehend, gehend, reitend gezeichnet\", heißt es in der berühmt gewordenen Selbstauskunft des Künstlers. Das sich steigend gegen Joch und Geschirr aufbäumende Pferd kann gut nach der Natur skizziert worden sein, zunächst mit zarten Strichen, die durch kräftigere Linien verfestigt und korrigiert wurden, wie an den Hinterbeinen gut zu erkennen ist. Seine Figuren erfasste Chodowiecki oft nicht von ihrer anatomischen Struktur, sondern ging aus von Oberfläche und Umriss. Diesem Phänomen begegnen wir auch hier, etwa in der etwas flachen Wiedergabe des schattierten Pferdekopfes. Größerformatige Studien in Rötel oder Kreide sind ab 1760 in Chodowieckis Werk anzutreffen. Eigenschaften wie das vibrierend bewegte Zickzack entlang des Zugstrangs erinnern an ähnlich bewegte Linien auf Radierungen des Künstlers. | Wasserzeichen: Buchstaben IFQ, ähnlich Singakademie zu Berlin (1742); Kettenlinien ca. 22-23 cm (vertikal)
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Kreide
- Ausführung
- Kreide auf Papier
- Jahr
- um 1760
- Epoche
- Klassizismus
- Darstellung
- Tiere
- Land
- Deutschland
- Signatur
- Unten rechts von fremder Hand bezeichnet: "D. Chodowiecki". Unten links nummeriert: "539 [wohl von einem Mitarbeiter des Auktionshauses Lepke; cf. Auktion der Sammlung Ohse]".
Maße
- Gesamt
- Papier: 28.8 cm x 21.0 cm, Darstellung: 23.3 cm x 18.2 cm
Weitere Angaben
- Stempel
- – Unten links Sammlerstempel, Lugt Nr.: 2926. Rudolf Philip Goldschmidt (1840 Frankfurt Am Main - 1914 Berlin) . Berlin. 19. Jahrhundert – Verso Sammlerstempel, Lugt Nr.: 1350. Hermann Ohse (? Berlin - ?) . Berlin. 19. Jahrhundert
- Provenienz
- Hermann Ohse (?-Um 1878 Oder 1885), Berlin (L. 1350); Dessen Auktion, Berlin (Rudolf Lepke), 10.-13. Februar 1885, Nr. 539 (\"Ein Sich Bäumendes Pferd. Kreidezeichnung. Bez. D. Chodowiecki. Fol.\"); Sammlung Rudolf Philipp Goldschmidt (Um 1840-1914), Berlin (L. 2926); Dessen Auktion, Berlin (F.A.C. Prestel), 4.-5. Oktober 1917, Nr. 137 (\"Ein Sich Bäumendes Pferd, Von Hinten Gesehen. Kreide. 30:20. Aus Sammlung Ohse\"); Karl & Faber, München, Auktion 111, 5.-6. Dezember 1967, Nr. 213 (Schätzpreis 400);
Zustand
Akzeptabler Zustand. Insgesamt etwas knittrig, kleine Fehlstelle am unteren Rand; etwas gebräunt und befleckt; oben rechts kleienr Braunfleck durch rückseitige Verschmutzung; blass stockfleckig; seitlich etwas lichtrandig; verso Reste alter Montierun
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Daniel Nikolaus Chodowiecki
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