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Den Zwillingen Castor und Pollux, Söhnen des Göttervaters Jupiter, ist ein Tempel geweiht, von dem heute nur noch drei korinthische Säulen stehen. Zu sehen sind damit die Überreste eines Umbaus des Heiligtums unter Kaiser Tiberius bis um 6 n. Chr. Die Vorgängerbauten des Dioskurentempels reichen bis in das 5. Jahrhundert v. Chr. zurück, womit er zu den ältesten auf dem Forum Romanum zählt. Als Peripteros mit Säulenumgang stand der Tempel auf einem hohen Mauersockel mit einer mächtigen Freitreppe, die nach antiker Tradition als Bühne für öffentliche Redner gedient hat. Caesar habe hier ebenso zum Volk gesprochen wie der spätere Kaiser Augustus.1 Weiterhin habe der Tempel die Vorgaben der geltenden Maße und Gewichte ebenso beherbergt wie die Stände der Bankkaufleute.2 Die drei erhaltenen Säulen aus punischem Marmor zeugen von der besonderen Eleganz dieses Tempels. Auf zierlichen Basen über hohen Plinthen erheben sich die schlanken Säulenschäfte, die durch ihre Kannelierung fein strukturiert sind. Das darüber erhaltene Gebälk spricht die klassische Formensprache hellenistischer Tempel und ist nicht zuletzt durch die auffallend häufige Darstellung in Zeichnungen, Stichen und Gemälden seit dem 18. Jahrhundert in die Lehrbücher für Architektur und Altertumskunde eingegangen.

1 Otto Richter „Der Castortempel am Forum Romanum“, in: Jahrbuch des Archäologischen Instituts 13, 1898, S. 87–114, hier S. 107.
2 Filippo Coarelli „Rome and Environs. An Archaeological Guide“, Berkeley u. a. 2014, S. 75.

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Ausführung
Korkmodell, Maßstab 1:50
Jahr
2018
Darstellung
Architektur
Signatur
Auf der auf der Unterseite der Trägerplatte signiert

Maße

Werk
45,5 x 32 x 13,5 cm (Darstellung)

Zustand

Sehr guter Zustand, in originaler Holzkiste

Zu sehen in Korkmodelle

Dieter Cöllen

1953 – 2024·Deutschland·20. Jahrhundert
Der gebürtige Kölner ist ausgebildeter Bauzeichner und hat in verschiedenen Architekturbüros Erfahrungen gesammelt, bis er 1985 ein eigenes Atelier für Architekturmodellbau gründete. Bald beschäftigte ihn die fast vergessene Kunst des Korkmodellbaus. Die Phelloplastik kam erstmals im 18. Jahrhundert in Italien auf und hatte von Beginn an die Ausformung detailgetreuer Nachbildungen von meist antiken Architekturen zum Inhalt. Die aufwendigen Korkmodelle galten bis ins 19. Jahrhundert als Statussymbole des höfischen Adels. Gerne wurden sie auch aus Reisen nach Italien mitgebracht und sowohl zu Studienzwecken als auch als Kunstobjekte geschätzt. Cöllen eignete sich diese komplexe Technik an und galt bis zu seinem Tod im Jahr 2024 als einziger praktizierender Künstler dieser Disziplin in Europa. Zahlreiche seiner Korkmodelle finden sich in internationalen Museumssammlungen, die er darüber hinaus in konservatorischen Fragen beriet.
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