Befreite Seele
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Leo Primavesis (*1871) Biographie lässt sich zwar nur durch wenige \nschriftliche Quellen erschliessen, jedoch lassen sich die Spuren seiner \nWerke deutlich verfolgen und zu einem Charakterbild dieses begabten \nZeichners und Graphikers formen. 1871 in Köln geboren, erzählen die \nSkizzen einer mehrjährigen Italienreise von einem langen Aufenthalt am \nGolf von Neapel und auf der Insel Capri. Landschaft, Architektur und vor\n allem die trachtentragenden Frauen Italiens haben ihn zu Zeichnungen \nund Aquarellskizzen inspiriert, deren Schönheit besonders in dem innigen\n und momenthaften Augenblick besteht, in denen sie entstanden sind.
Die\n Internierung auf der bretonischen Île Longue von 1914 bis 1919 hatte \nfür Primavesi eine ambivalente Bedeutung. War er doch mit zahlreichen \nIntellektuellen und Künstlern gemeinsam gefangen, mit denen er an der \nHerausgabe der Lagerzeitung arbeiten und kulturell sowie künstlerisch \ntätig sein konnte, so spricht seine Hinwendung zum Symbolismus die \nSprache einer gefangenen Seele, die nach dem Ausbruch gierte. Die Werke \nLeo Primavesis erzählen von einem Künstler, dessen Begabung vor allem \nauch im Einfangen von Augenblicken und deren emotionaler Wahrnehmung \nlag. In dieser ersten Präsentation des Künstlers zeigt sich das \numfassende Talent dieses Reisenden und Gefangenen und formt das Bild \neines poetischen Zeichners.
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