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Kaum wahrnehmbar, dicht bedeckt von Vegetation im Schatten liegend, ragt der Ponte l'Acquoria ins Bild, der unterhalb von Tivoli über den Anio führt; Reinhart hat ihn von der Ostseite dargestellt. Die Auffahrt zur Brücke liegt im Licht der Morgensonne. Die Quelle, an der ein Bauer seine Tiere tränkt, befindet sich unter dem ersten Brückenbogen.

 

Zu Serie "Mahlerisch radirte Prospecte von Italien"

 

Diese Radierung ist im Rahmen der Serie "Mahlerisch radirte Prospecte von Italien" entstanden, die durch den Nürnberger Verleger Johann Friedrich Fraunholz und den Künstler Johann Christian Reinhart (1761-1847) initiiert wurde. Mit dem Ansatz, eine Serie "[...] von den schönsten römischen Prospecten und Ruinen[...]" (Schmid 1998, S.161) als Sammlung herauszugeben, beauftragte Fraunholz neben Reinhart auch Albert Christoph Dies (1755-1822) und Jakob Wilhelm Mechau (1745-1808). Die drei Künstler hatten nur geringe Erfahrung in der Herstellung von Druckgraphiken und wurden als Maler vor allem ihrer Fähigkeit wegen ausgesucht, Landschaften und Architekturen feinfühlend und eben "mahlerisch" abzubilden. Von Beginn an war das Ziel der Serie die kunstvolle Darstellung der italienischen Landschaft, abseits der bis dato vorherrschenden Veduten und Ansichten der berühmtesten Sehenswürdigkeiten und touristischen Ziele. Im Vordergrund sollte die Landschaft Italiens stehen, Orte bewundernswerter Naturschauspiele sowie Ruinen, die den Künstlern bekannt, jedoch noch nicht zum Anziehungspunkt aller Italienreisender geworden waren. Besonders den Kunstsammlern in Deutschland sollte somit eine neue Seite des Sehnsuchtslandes aufgezeigt werden. So wurden die Darstellungen schließlich auch in italienischer Sprache betitelt, nicht nur da viele der Örtlichkeiten schlicht nicht zu übersetzen wären, sondern auch um ihnen den gewissen Klang der Exotik nicht zu nehmen.

 

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Technik
Radierung
Ausführung
Radierung auf Papier
Jahr
1794
Darstellung
Genre
Signatur
in der Platte signiert, datiert und bezeichnet: "J. Mechau fece Roma 1794" und bezeichnet: "Fontana Blandusia volgarmente detta Aqua aurea a Tivoli"
Werkverzeichnis
Nagler 8, Nr. 21, Fichter Nr. 39
Serie
Mahlerisch radirte Prospecte von Italien, von Johann Christian Reinhart, Jakob Wilhelm Mechau und Albert Christoph Dies

Maße

Werk
25,2 x 35,1 cm (Darstellung)
Angabe
Weitere Größen: 39,4 x 49 cm (Papier). 28,4 x 37,5 cm (Plattenmaß)

Zustand

Sehr guter Zustand. Entlang der Kanten schwach verschmutzt. Die Blattecken sind durch Stoßspuren beschädigt. Die linke obere Blattecke ist minimal eingerissen. Rechts unten befindet sich ein minimaler Randeinriss.

Jakob Wilhelm Mechau

1745 – 1808·Deutschland·18. Jahrhundert
Jakob Wilhelm Mechau wurde 1745 geboren und absolvierte die künstlerische Ausbildung bei Benjamin Calau und Adam Friedrich Oeser. Während des Siebenjährigen Krieges siedelte er nach Berlin über und besuchte die Königlich-Preussische Akademie der Künste. Mit der Rückkkehr nach Leipzig begann Mechau gemeinsam mit Oeser an der neu gegründeten Kunstakademie zu lehren. Derweil studierte und kopierte er die Werke der alten und neuen Meister aus der Sammlung Gottfried Wincklers. Ein Stipendium führte ihn 1776 nach Rom, wo er sich der Landschaftsmalerei widmete. Erneut in Leipzig entstanden Illustrationen für Verlage und Landschaftsgemälde. Im Jahre 1790 zog Mechau ein zweites Mal nach Rom und schuf eine Vielzahl italienischer Ansichten, denen er durch die eingehende Betrachtung antiker Ruinen und idyllische Staffagefiguren Leben einhauchte. Zurück in Sachsen, widmete er sich bis zu seinem Ableben 1808 der Landschaftsmalerei, bis er schließlich 1808 in Dresden verstarb.
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