Das antike Theater in Albano Laziale
»Das antike Theater in Albano Laziale« ist ein Werk von Johann Christian Reinhart aus dem Jahr 1792, ausgeführt als Radierung auf Papier und misst 24,8 x 35,3 cm (Darstellung).
Im Vordergrund ein artenreicher Pflanzenvordergrund, der auf die holländisch-deutsche Schulung des Künstlers verweist. Auch das pastorale Motiv klingt wieder an. Der Hirte trägt jedoch zeitgenössische Kleidung und befindet sich mit seiner H… weiterlesen ›
Im Vordergrund ein artenreicher Pflanzenvordergrund, der auf die holländisch-deutsche Schulung des Künstlers verweist. Auch das pastorale Motiv klingt wieder an. Der Hirte trägt jedoch zeitgenössische Kleidung und befindet sich mit seiner Herde in einem geschlossenen Areal, in den Ruinen des antiken Theaters von Albano. Die ellipsenförmige Anlage befand sich am Rande des römischen Legionslagers und konnte 15.000 Besucher aufnehmen. Jenseits der Mauer in südlicher Richtung erkennt man die von Bäumen eingerahmte Fassade der Kirche S. Maria della Stella. Antikes und Christliches werden zueinander in Beziehung gesetzt.
Zu Serie "Mahlerisch radirte Prospecte von Italien"
Diese Radierung ist im Rahmen der Serie "Mahlerisch radirte Prospecte von Italien" entstanden, die durch den Nürnberger Verleger Johann Friedrich Fraunholz und den Künstler Johann Christian Reinhart (1761-1847) initiiert wurde. Mit dem Ansatz, eine Serie "[...] von den schönsten römischen Prospecten und Ruinen[...]" (Schmid 1998, S.161) als Sammlung herauszugeben, beauftragte Fraunholz neben Reinhart auch Albert Christoph Dies (1755-1822) und Jakob Wilhelm Mechau (1745-1808). Die drei Künstler hatten nur geringe Erfahrung in der Herstellung von Druckgraphiken und wurden als Maler vor allem ihrer Fähigkeit wegen ausgesucht, Landschaften und Architekturen feinfühlend und eben "mahlerisch" abzubilden. Von Beginn an war das Ziel der Serie die kunstvolle Darstellung der italienischen Landschaft, abseits der bis dato vorherrschenden Veduten und Ansichten der berühmtesten Sehenswürdigkeiten und touristischen Ziele. Im Vordergrund sollte die Landschaft Italiens stehen, Orte bewundernswerter Naturschauspiele sowie Ruinen, die den Künstlern bekannt, jedoch noch nicht zum Anziehungspunkt aller Italienreisender geworden waren. Besonders den Kunstsammlern in Deutschland sollte somit eine neue Seite des Sehnsuchtslandes aufgezeigt werden. So wurden die Darstellungen schließlich auch in italienischer Sprache betitelt, nicht nur da viele der Örtlichkeiten schlicht nicht zu übersetzen wären, sondern auch um ihnen den gewissen Klang der Exotik nicht zu nehmen.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Künstler
- Johann Christian Reinhart
- Technik
- Radierung
- Ausführung
- Radierung auf Papier
- Jahr
- 1792
- Epoche
- Klassizismus
- Darstellung
- Architektur
- Signatur
- Unterhalb der Darstellung in der Druckplatte signiert, datiert und bezeichnet: "C. Reinhart fec Romæ 1792 | Avanzo del Teatro a Albano"
- Werkverzeichnis
- Nagler 12, Nr. 7; Andresen I, Nr. 53; Feuchtmayr Abb. 370; Fichter Nr. 3
- Serie
- Mahlerisch radirte Prospecte von Italien, von Johann Christian Reinhart, Jakob Wilhelm Mechau und Albert Christoph Dies
Maße
- Werk
- 24,8 x 35,3 cm (Darstellung)
- Angabe
- Weitere Größen: 38,5 x 49 cm (Papier). 27,9 x 37,7 cm (Plattenmaß)
Zustand
Sehr guter Zustand. Geringfügig wellig. Unten mittig minimaler Randausriss. Entlang der Kanten schwach verschmutzt. Auf dem Blattrand unten diverse Bezeichnung in Bleistift.
Johann Christian Reinhart
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