Am Passeirer Tor in Meran
»Am Passeirer Tor in Meran« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1841, ausgeführt als Aquarell auf Papier, montiert auf Papier.
Blick in den Meraner Talkessel in Südtirol über die erhaltenen Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem hohen Turm des Passeirer Stadttores (auch Passeier Tor). Das Bild zeigt eine idyllische Landschaft mit einer mittelalterlichen Bur… weiterlesen ›
Blick in den Meraner Talkessel in Südtirol über die erhaltenen Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit dem hohen Turm des Passeirer Stadttores (auch Passeier Tor). Das Bild zeigt eine idyllische Landschaft mit einer mittelalterlichen Burganlage im Tal, umgeben von sanften Hügeln und majestätischen Bergen im Hintergrund. Im Vordergrund erhebt sich ein großer, ausladender Baum, dessen Laub im leichten Wind zu wiegen scheint. Die Architektur der Burg mit ihren spitzen Türmen und den roten Dächern fügt sich harmonisch in die Landschaft ein. Ein schmaler Weg schlängelt sich von der Burganlage hinauf zu einer weiteren Turmruine auf einem Hügel. Die Lichtverhältnisse lassen auf eine Szene bei Tageslicht schließen, mit warmen, weichen Farben, die die Umgebung in ein sanftes Licht tauchen. Die Komposition vermittelt eine ruhige, fast zeitlose Atmosphäre.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell auf Papier, montiert auf Papier
- Jahr
- 1841
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Stadtbilder
- Land
- Italien
- Signatur
- Verso auf der Unterlage bezeichnet: "Passeiertor in Meran 1841". Unten rechts nummeriert: "M.V H. 22 76".
Zustand
Akzeptabler Zustand. Das Blatt ist altersbedingt geringfügig verfärbt und leicht stockfleckig. Rechts oben Verfärbungen durch die Montierung.
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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