Schmiede in Schlucht bei Neubeuern
»Schmiede in Schlucht bei Neubeuern« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1863, ausgeführt als Weiß gehöhtes Aquarell über Bleistift auf Papier.
Das Bild zeigt eine felsige Schlucht, in der sich eine kleine, rustikale Hütte befindet. Die Szenerie wird von massiven, steil aufragenden Felswänden dominiert, die mit Vegetation bewachsen sind. Im Vordergrund liegt ein kleiner Teich, umge… weiterlesen ›
Das Bild zeigt eine felsige Schlucht, in der sich eine kleine, rustikale Hütte befindet. Die Szenerie wird von massiven, steil aufragenden Felswänden dominiert, die mit Vegetation bewachsen sind. Im Vordergrund liegt ein kleiner Teich, umgeben von moosbewachsenen Steinen. Zwei Figuren sind nahe der Hütte zu sehen, beschäftigt mit handwerklichen Tätigkeiten, die auf eine Schmiede oder Werkstatt hindeuten könnten. Die Komposition führt den Blick des Betrachters durch die natürliche Kulisse, während das Licht sanft die Konturen der Felsen und das Laub hervorhebt, was der Szene eine idyllische, abgeschiedene Atmosphäre verleiht.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Weiß gehöhtes Aquarell über Bleistift auf Papier
- Jahr
- 1863
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Berufsleben
- Land
- Deutschland
- Signatur
- Verso datiert: "1863". Verso eigenhändig bezeichnet: "N. 17 Felsenschmiede bei Neubeuern am Inn gegenüber Brannenburg".
Zustand
Guter Zustand. Verso in den Ecken Reste einer alten Montierung.
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
Weitere Werke von Georg Wiesend
Aus derselben Ausstellung
Ähnliche Werke
angegebenen Zeit, keine Kopien oder
Reproduktionen!
spezielles Klapp-Passepartout aus Karton nach
Museumsstandard geschützt!
Monats kostenlos zurückgeben!